Dritter Betrugsfall: Skandalbranche Geldtransport - DER SPIEGEL
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Dritter Betrugsfall Skandalbranche Geldtransport

Sechs Monate nach der spektakulären Affäre um die Geldtransportfirma Heros kommen immer neue Skandale in der Branche ans Licht. Am Mittwoch wurden Geschäftsführer eines Essener Unternehmens festgenommen, nun gibt es einer Zeitung zufolge auch Ermittlungen gegen die Firma GWS aus Nordhorn.
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München - In der Geldtransportbranche häufen sich die Betrugsfälle: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück auch gegen das Geldtransportunternehmen GWS aus Nordhorn, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Der Geschäftsführer des Unternehmens soll zwei Millionen Euro veruntreut haben.

Bereits Ende Juni hätten die Ermittler die Räume durchsucht und den Geschäftsführer verhaftet, ihn aber nach einer Kautionszahlung wieder auf freien Fuß gesetzt, heißt es in dem Bericht. Die Staatsanwaltschaft war heute Abend nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Geschäftsführer der GWS sagte auf Nachfrage: "Kein Kommentar."

Der erneute Skandal dürfte das Vertrauen in die Branche schwer erschüttern: Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Geschäftsführer der Essener Firma "Arnolds Sicherheit GmbH" rund 18,5 Millionen Euro veruntreut haben sollen. Das Unternehmen stellte daraufhin heute einen Insolvenzantrag. Bereits vor einem halben Jahr machte der Skandal um die Geldtransportfirma Heros Schlagzeilen. Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft dem Heros-Eigentümer und weiteren Mitarbeitern vor, die Kunden des Unternehmens um rund 300 Millionen Euro geprellt zu haben.

Während Heros-Firmengründer Karl-Heinz Weis einen Großteil des verschwundenen Geldes an seine Familie weitergegeben haben soll, sind nach bisher vorliegenden Erkenntnissen der Ermittler die Gelder in den Fällen Arnolds und GWS zum Stopfen von Finanzlöchern im Unternehmen und zum Auszahlen von Mitarbeiter-Löhnen verwendet worden.

ase/dpa-AFX