Drogeriechef: Schlecker kritisiert teure Betriebsräte - DER SPIEGEL
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Drogeriechef Schlecker kritisiert teure Betriebsräte

Der Inhaber der Drogeriekette Schlecker beschwert sich in einem Interview, Betriebsräte würden viel zu viel Zeit bei teuren Schulungen vertrödeln. Die Aufregung über den angeblich zu strengen Kündigungsschutz kann er hingegegen nicht verstehen.
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Hamburg/Ehingen - "Entscheidend ist lediglich, dass für alle die gleichen Spielregeln gelten", sagte Anton Schlecker der "Zeit". Die Diskussion über den angeblich zu strengen Kündigungsschutz, die von vielen Unternehmern und Wirtschaftswissenschaftlern geführt wird, sei deshalb aus seiner Sicht "überzogen". Nur Verbände und manche Mittelständler würden davon leben, "die Debatte immer wieder anzutreiben".

Der Zeitung zufolge sprach der zurückhaltende Drogerie-Fürst erstmals seit Jahren über die umstrittenen Arbeitsbedingungen in seiner Firma, Gewerkschaften und Mitbestimmung. Über Betriebsräte sagte Schlecker demnach: "Das geht schon in die Kosten. Die Zeit, die sie auf Fortbildungen verbringen, auf Schulungen und bei all dem, was die Gewerkschaft so anbietet. Außerdem muss man alles in Gremien verhandeln, längere Öffnungszeiten zum Beispiel. Oft habe ich gedacht, das kann doch gar nicht wahr sein."

100 Betriebsräte für 10.000 Filialen

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hatte vor kurzem kritisiert, die Drogeriekette Schlecker blockiere die Wahl von Betriebsräten für ihre Mitarbeiter. Bei bundesweit rund 10.000 Schleckerfilialen gebe es lediglich rund 100 Betriebsräte.

Ebenso wie bereits bei Lidl kritisiert Ver.di auch bei Schlecker, das Unternehmen missachte Arbeitnehmerrechte. Als Beispiele nannte die Gewerkschaft unbezahlte Überstunden, die Kontrollen von Taschen und Garderobeschränken sowie die Behinderung von Betriebsratswahlen.