Drohende Insolvenz: Steilmann kämpft gegen das Aus - DER SPIEGEL
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Drohende Insolvenz Steilmann kämpft gegen das Aus

Das traditionsreiche Textilunternehmen Steilmann in Bochum-Wattenscheid stemmt sich gegen die Insolvenz. Ein Ausweg aus der Krise könnten Verhandlungen mit der italienischen Modegruppe Miro Radici sein.
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Bochum-Wattenscheid - Sowohl für die Muttergesellschaft als auch für die Tochtergesellschaften will die Bochumer Textilfirma Insolvenzanträge stellen, teilte Geschäftsführerin Ute Steilmann der Belegschaft laut einem Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe) mit. Ein Sprecher der IG Metall bestätigte die Angaben.

In einem der "WAZ" vorliegenden Brief an die Mitarbeiter kündigte Steilmann zudem an, "jeglichen Zahlungsverkehr vorerst einzustellen". Bemühungen um eine Investorenlösung seien nach intensiven Verhandlungen gescheitert. Ein letzte Chance wären der Zeitung zufolge erfolgreiche Verhandlungen mit der Modegruppe Miro Radici (Bergkamen). Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren bereits große Teile der Steilmann-Gruppe erworben. Von einer Insolvenz wären rund 500 Mitarbeiter in Bochum-Wattenscheid betroffen. "Ich bedaure diese Entwicklung zutiefst", schrieb Steilmann in ihrem Brief an die Belegschaft.

Die Textilfirma hatte in den vergangenen Jahren radikal Unternehmensteile verkauft, Stellen abgebaut und auch Standorte wie das Werk in Cottbus geschlossen. In ihren besten Zeiten hatte die Steilmann-Gruppe fast 900 Millionen Euro Umsatz und weltweit mehr als 18.000 Beschäftigte. Für 2004 waren dann noch 170 bis 180 Millionen Euro Umsatz geplant. Nach Angaben des Unternehmens gibt es noch 14 Tochtergesellschaften im Ausland, darunter auch in China und in Kanada.

Nach Informationen der IG Metall hat Firmengründer Klaus Steilmann dafür plädiert, mit einem Gang zum Amtsgericht zu warten und zunächst die Verhandlungen fortzuführen. Der Geschäftsführer von Miro Radici, Michele Puller, kündigte im Gespräch mit der "WAZ" Verhandlungen mit der IG Metall an, falls es zu einer Einigung mit den Banken komme. "Wir müssten auf jeden Fall rationalisieren und können nur retten, was wirklich zu retten ist", zitiert das Blatt den Manager.

kai/dpa

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