Drückende Rentenlasten: Delphi droht mit Konkursantrag - DER SPIEGEL
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Drückende Rentenlasten Delphi droht mit Konkursantrag

Seit Monaten pokern die Unterhändler um Verpflichtungen für Pensions- und Rentenzahlungen in Milliardenhöhe. Jetzt erhöht Delphi den Druck. Einem Zeitungsbericht zufolge könnte der weltweit zweitgrößte Autozulieferer noch in dieser Woche einen Konkursantrag stellen.
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Detroit - Delphi verhandele mit den Gewerkschaften und dem Ex-Mutterkonzern General Motors (GM) seit Monaten über das Sanierungskonzept, berichtet die "New York Times". Um den Erfolg nicht zu gefährden, werde Delphi den Konkursantrag bis zum Schluss als Druckmittel einsetzen, hieß es in Verhandlungskreisen.

Delphi-Konzernchef Robert Miller hatte auf der Automesse IAA in Frankfurt gesagt, spätestens bis zum 17. Oktober müsse eine Lösung auf dem Tisch liegen. Andernfalls werde er das Konkursverfahren einleiten. Nach dem Stichtag treten verschärfte Richtlinien im US-Konkursrecht (Chapter 11) in Kraft, die den Spielraum für die Sanierung einengen. Delphi löste sich 1999 vom Mutterkonzern GM ab und zählt zu den größten Unternehmen der USA. 50.000 Mitarbeiter fertigen dort Autoteile, etwa Airbags, Lichtmaschinen, oder Bremsen. Auch ganze Systemeinheiten wie Armaturenbretter gehören zum Programm.

Von dem Konkurs wären nur die nordamerikanischen Delphi-Gesellschaften betroffen. Die Existenz von Delphi sei nicht gefährdet, hatte Miller gesagt. Ein Insolvenzverfahren hätte jedoch auch schwerwiegende Auswirkungen für GM, weil der Autokonzern im Rahmen des Spin-Off vertraglich zugesichert hatte, für die Kosten für Krankenversicherung und Pensionen aufzukommen, falls Delphi vor Mitte 2007 in Konkurs gehen würde.

Wie die Zeitung "Detroit News" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, sind sich GM und die größte Autogewerkschaft UAW jedoch in den parallel geführten Verhandlungen bereits in weiten Teilen einig. GM könne bei den Kranken- und Ruhestandsgeldern jährlich etwa eine Milliarde Dollar einsparen. In diesem Jahr werden die Kosten für Beschäftigte und Rentner den Konzern mit bis zu sechs Milliarden Dollar belasten. Der Zulieferer erwartet 2005 einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe.