Dubioser Anleihe-Deal: Finanzaufsicht zeigt die Citigroup an - DER SPIEGEL
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Dubioser Anleihe-Deal Finanzaufsicht zeigt die Citigroup an

Seit Oktober untersucht die deutsche Finanzaufsicht ein dubioses Anleihegeschäft der Citigroup, jetzt hat sie Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Es bestünden Hinweise auf Marktmanipulation, so der Vorwurf. Anleger hatten durch die Transaktion hohe Verluste erlitten.
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Frankfurt am Main - "Wir haben Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt erhoben", sagte eine Sprecherin der Finanzaufsicht BaFin auf Anfrage und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times". "Nun liegt der Fall in den Händen der Staatsanwaltschaft", sagte sie. "Da Kursmanipulationen ein Straftatbestand sind, muss die BaFin den Vorgang an die Justiz abgeben."

Laut Bericht hat die BaFin konkrete Hinweise, dass Citigroup-Händler bei dem Geschäft auf dem deutschen Rentenmarkt versucht hätten, die Bondpreise künstlich hochzutreiben und dann einen Vorteil daraus zu ziehen. Es handelt sich laut der Zeitung um eine "Handvoll" Händler.

Die besagten Handelsgeschäfte hätten dem Finanzkonzern Gewinne von schätzungsweise 17 Millionen Euro eingebracht. Citigroup hatte den Angaben zufolge Verkaufsaufträge im Wert von elf Milliarden Euro in weniger als zwei Minuten platziert und kurz danach Anleihen im Wert von vier Milliarden Euro zurückgekauft.

Citigroup bedauert BaFin-Entscheidung

Andere Marktteilnehmer mussten durch die Transaktion hohe Verluste hinnehmen. Später hatte die Citigroup ihr Bedauern geäußert. Man habe die Wirkung der Transaktionen auf Kunden, Marktteilnehmer und die Aufsichtsbehörden nicht völlig bedacht.

Ein Citigroup-Sprecher zeigte sich enttäuscht, dass die BaFin dem Staatsanwalt die Klärung der Frage überlasse, ob Maßnahmen gegen Einzelpersonen eingeleitet werden sollten. Die Citigroup werde weiterhin mit den Behörden zusammenarbeiten. Laut BaFin drohen bei einer Verurteilung eine Geldstafe in unbegrenzter Höhe oder Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Die Übergabe an den Staatsanwalt bedeute jedoch nicht, dass eine Verfolgung wegen Marktmanipulation erfolgreich sein werde, sagte die BaFin-Sprecherin.

Nach einigen Skandalen seit den Fällen Enron und WorldCom hatte der Citigroup-CEO Charles Prince mehrfach betont, eines der wichtigsten Ziele sei nun, das Ansehen seiner Bank in ethischen Fragen zu erhöhen. Nach einem Skandal in Japan, der zu dem Entzug einer Banklizenz für Privatkunden geführt hatte, waren bereits drei Citigroup-Manager entlassen worden.