Düstere Prognose Neuer Pleitenrekord droht
Hamburg - Nach Einschätzung von Euler Hermes werden in diesem Jahr rund 40.500 Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Das wären nochmals gut drei Prozent mehr als im Jahr 2003.
"Deutschland steckt - unabhängig vom weltweiten Konjunkturverlauf - in einer tief greifenden Strukturkrise, die sich insbesondere auch negativ auf das langfristige Wachstum auswirkt", sagte der zukünftige Vorstandsvorsitzende Gerd-Uwe Baden am Dienstag in Hamburg. Aussicht auf baldige Besserung gebe es kaum.
Der Schaden durch ausgefallene Forderungen könnte in diesem Jahr auf 33 Milliarden Euro steigen und damit gut eineinhalb Mal so hoch liegen wie im Durchschnitt der Jahre 1995 bis 2000. "Grund für die weitere Zunahme der Insolvenzen ist die Tatsache, dass viele Unternehmen durch die lange Stagnationsphase ihre Reserven aufgezehrt haben und nun nicht mehr über die notwendigen liquiden Mittel verfügen, um Investitionen zu tätigen oder Aufträge vorzufinanzieren", sagte Baden.
Besonders betroffen sei nach wie vor das Baugewerbe. "Mit 271 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen ist das Baugewerbe nach wie vor am anfälligsten für eine Insolvenz, gefolgt von der Industrie, Dienstleistungen und dem Handel", sagte Baden. Auch für das Jahr 2005 sei Skepsis angebracht, sagte von Weichs. "Die ökonomischen Kennziffern lassen nicht damit rechnen, dass wir eine Umkehr bekommen."