Dumping EU verhängt Millionenstrafe gegen Post AG
Brüssel - Die Post habe ihre marktbeherrschende Stellung in unzulässiger Weise ausgenützt, urteilte die Kommission am Dienstag in Brüssel. Die Strafe in Höhe von 24 Millionen Euro fällt allerdings niedriger aus, als es zunächst vermutet worden war. In Presseberichten war von rund 50 Millionen Euro die Rede gewesen.
Zudem muss der ehemalige Monopolist und Dax-Neuling nach den Auflagen der Brüsseler Behörde seine Paket-, Express- und Briefdienste stärker voneinander trennen. Die Entscheidung verpflichtet die Post außerdem, jährlich Preislisten zu veröffentlichen und die Kommission über spezielle Rabatte für ihre wichtigsten Kunden zu informieren.
Der Entscheidung vorausgegangen war eine Beschwerde des Post-Konkurrenten United Parcel Sevice (UPS), die von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti nun weitgehend bestätigt wurde. Danach hat die Deutsche Post versucht, sich mit Dumpingpreisen im Paketgeschäft Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Zudem beanstandete Monti Treuerabatte an Großkunden wie Quelle.
Die Kommission untersuchte auch, ob das Standard-Briefporto in Deutschland möglicherweise überhöht ist. Eine Entscheidung dazu fiel bisher nicht.
Im Vorfeld der Entscheidung hatte der Bonner Konzern bereits die von Brüssel beanstandeten Rabattklauseln für Groß-Versender gekündigt und für Risiken aus den Brüsseler Wettbewerbsverfahren 50 Millionen Mark zurückgestellt. Trotzdem gab die Aktie der Deutschen Post am Vormittag mehr als 3,8 Prozent auf 21,05 Euro nach und war damit der schwächste Wert im Dax.