Duty free: Reedereien mustern aus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Duty free Reedereien mustern aus

Drei Tage ist es her, daß der EU-Gipfel in Köln das Ende des steuerfreien Einkaufs innerhalb der Europäischen Union ab 1. Juli besiegelt hat. Jetzt rollt die Kündigungswelle bei den betroffenen Reedereien an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rostock - Die Mitropa Schiffs- Catering GmbH, die auf den Schiffen von Scandlines Deutschland für den Servicebereich zuständig ist, wird nach Angaben ihres Geschäftsführers Andre Grohmann innerhalb der nächsten Monate 160 ihrer 503 Arbeitsplätze streichen. Betroffen seien die Linien von Rostock und Sassnitz nach Trelleborg in Schweden sowie von Puttgarden (Fehmarn) nach Rödby (Dänemark) und von Rügen nach Bornholm, sagte Grohmann.

Martine Golla-Paap von Scandlines Deutschland berichtete, das Unternehmen sehe sich nun gezwungen, die Passagepreise bis um 30 Prozent anzuheben. Eine Konsequenz des Wegfalls von Duty free sei bereits gewesen, die Schnellfähre "Berlin Express" aus dem Verkehr zu nehmen. "Über den zollfreien Verkauf haben wir ja auch die Fahrpreise subventioniert", sagte Golla-Paap. "Die Überfahrt für einen Pkw mit fünf Personen von Rostock nach Trelleborg kostete in Vor- und Nachsaison bislang 140 Mark, in der Hauptsaison 195 Mark. In der Nachsaison ab September 1999 werden wir nun erstmals bei dem höheren Preis bleiben müssen."

Die Sächsische Dampfschiffahrt kann dagegen auch weiterhin Duty-free-Fahrten auf der Elbe anbieten. Ihre Touren blieben vom Handel-Verbot unberührt, da die Fahrtstrecke von Bad Schandau nach Decin (Tschechien) führe und Tschechien kein EU-Mitglied sei, teilte das Unternehmen am Montag mit.