EADS Airbus-Chef will Sanierungsplan vorlegen
Paris - Die "Agence France-Presse" berichtet unter Berufung auf Gewerkschaftskreise über den Restrukturierungsplan. In Medien wurde schon in den vergangenen Tagen spekuliert über Kostenkürzungen, Gehaltseinbußen und Personalabbau bei dem zu EADS gehörenden Flugzeugbauer. Eine Entscheidung wird nicht vor Börsenschluss erwartet.
Der in Turbulenzen geratene Flugzeugbauer musste jüngst Verzögerungen beim Super-Airbus A380 einräumen. Fluggesellschaften erwarten dringend einen neuen Zeitplan für die Auslieferung der Maschinen mit 555 Plätzen in der Standardversion. Für die EADS-Konzerntochter Airbus stellt sich die Frage, ob Hamburg seinen Anteil an der A380-Fertigung an Toulouse abgeben muss.
Christian Streiff, der seit Juli im Amt ist, dürfte nach Aussagen der Gewerkschaft Confederation Generale du Travail (CGT) einen Restrukturierungsplan vorstellen, der Stellenstreichungen und andere Maßnahmen zur Kosteneindämmung vorsieht. Das Programm mit dem Namen Route 06 sehe Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr vor, beginnend in 2006.
Hamburg soll Fertigung des A320 erhalten
Laut der CGT habe der Co-Vorstandschef der Airbus-Muttergesellschaft European Aeronautic Defence & Space Co NV (EADS), Louis Gallois, auf einem Gewerkschaftstreffen die vermehrte Verlagerung von Produktionsprozessen in an den Dollar gebundene Länder angedeutet, berichtet die Nachrichtenagentur "Agence France Presse" unter Berufung auf Kreise weiter. Auf diese Weise könne das Unternehmen der Schwäche des Dollars gegenüber dem Euro begegnen.
Nach Klagen des neuen EADS-Co-Präsidenten Louis Gallois über die Zersplitterung der Produktion auf zu viele Standorte halten informierte französische Kreise eine Konzentration der A380-Fertigung auf Toulouse für möglich. Hamburg solle dann als Ausgleich von Toulouse die Fertigung des kleinen Verkaufsrenners A320 erhalten.
Die A380-Kunden befürchten wegen der Probleme bei der Verkabelung des Großflugzeuges die bereits dritte Verschiebung der Auslieferung um ein weiteres halbes Jahr. Angeblich sollen 2007 nur vier Maschinen an die Kunden gehen. Einige Fluggesellschaften wie Virgin Atlantic und Air France sollen erwägen, auf große Boeing -Modelle auszuweichen, wenn sich der A380 über das bisher schon bekannte Ausmaß von einem Jahr weiter verzögere. Die Investmentbank Goldman Sachs schätzt die Mehrkosten einer weiteren Verzögerung für Airbus bis 2010 auf 1,68 Milliarden Dollar.
tim/dpa-AFX