EADS Airbus sorgt für Gewinn
Amsterdam - Im laufenden Jahr will der Konzern mit fast 89.000 Beschäftigten seinen Höhenflug fortsetzen. Erwartet wird eine Steigerung beim Umsatz und Ergebnis vor Steuern und Zinsen von jeweils 15 Prozent. "Wir sind die treibende Kraft bei der Konsolidierung der europäischen Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie", sagte Rainer Hertrich, einer der beiden EADS-Chefs.
Der EADS-Konzern steigerte im vergangenen Jahr seinen Gewinn vor Steuern und Zinsen um elf Prozent auf 1,34 Milliarden Euro verglichen mit dem um Beteiligungsverkäufe bereinigten Vorjahresertrag, der auf Pro-Forma-Basis errechnet wurde. Der Umsatz kletterte um mehr als sieben Prozent auf 24,2 Milliarden Euro.
Analysten äußerten sich zu den vorgelegten Ergebnissen positiv: "Die Zahlen sehen gut aus, der Ausblick auf 2001 ist sehr selbstbewusst", sagte Andrew Thomson von Dresdner Kleinwort Wasserstein in Paris. Martina Jung vom Bankhaus Metzler sagte, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen habe über ihren Erwartungen gelegen.
Der EADS-Gewinn stammte praktisch vollständig aus dem Airbus-Geschäft. Airbus erzielte beim Ertrag vor Steuern und Zinsen eine Steigerung um 53 Prozent auf gut 1,4 Milliarden Euro. Zum Konzernumsatz trug das Flugzeugbauprogramm mit 14,9 Milliarden Euro mehr als 60 Prozent bei. Der gesamte Auftragsbestand zum Jahresende 2000 umfasste 1626 Flugzeuge: "Dies sichert mehr als fünf Jahre Beschäftigung", erklärte Hertrichs Kollege Philippe Camus.
Das Ergebnis nach Steuern fiel indes erneut tiefrot aus. Allein der höhere Wechselkurs des Dollar, in dem die Luft- und Raumfahrtbranche fast alle Aufträge abrechnet, und die globale Absicherung von Wechselkursrisiken hätten das Ergebnis mit 1,4 Milliarden Euro belastet, hieß es. Dazu kamen 1,088 (0,593) Milliarden Euro Abschreibungen auf Firmenwerte, Vorräte und das Anlagevermögen.
Noch ist der Konzernumbau nicht abgeschlossen. Vor allem der Rüstungsbereich, aber auch die Neuordnung der Zentralen und das Militärtransportergeschäft machen noch Verluste. Im Wehrtechnikgeschäft mit einem Umsatzrückgang um fast ein Viertel auf 2,9 Milliarden Euro entstand ein Verlust von 110 Millionen Euro.
Insgesamt will das europäische Luftfahrtkonsortium 2400 Arbeitsplätze abbauen. 1500 davon seien durch die Umstrukturierung der Sparte Verteidigung und Zivile Systeme (DCS) betroffen. Außerdem sollten 900 Stellen im Raumfahrtssektor gestrichen werden. Von den 1500 Arbeitsplätzen beim DCS-Segment ist Deutschland nach Angaben von EADS mit 600 Stellen betroffen. Die restlichen 900 sollen in Frankreich abgebaut werden
Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) ist aus dem Zusammenschluss der deutschen Dasa, der französischen Aerospatiale Matra und der spanischen Casa entstanden. Sie startete am 10. Juli 2000 an der Börse. Mit einem Volumen von fast sechs Milliarden Mark war die EADS-Aktieneinführung im Jahr 2000 der größte europäische Börsengang. Mit dem Airbus ist der neue Konzern international der zweitgrößte Hersteller von Zivilflugzeugen nach dem US-Konzern Boeing.
EADS ist über die Tochter Eurocopter auch die Nummer zwei bei Hubschraubern und ein führender Hersteller von Satelliten. Mit den Ariane-Trägerraketen wird das bedeutendste kommerzielle Raumfahrtprogramm betrieben. Zudem hält EADS 43 Prozent am Eurofighter-Programm.
Geführt wird der EADS-Konzern, der seinen juristischen Sitz in Amsterdam hat, von einem deutsch-französischen Tandem, das von den Zentralen in München und Paris aus agiert. An der Spitze stehen Ex- Dasa-Chef Rainer Hertrich und der frühere Aerospatiale-Matra-Chef Philippe Camus. Als aktive Aufsichtsratschefs bestimmen Manfred Bischoff und Jean-Luc Lagardere die strategische Richtung. Größter Einzelaktionär der EADS ist DaimlerChrysler mit gut 30 Prozent. Der französische Staat und die Lagardere-Gruppe halten jeweils rund 15 Prozent.