EADS Aktie überzeichnet
München/London - "In Deutschland war die Nachfrage etwas enttäuschend", erklärte der Sprecher des Bankenkonsortiums, das von der Deutschen Bank und der niederländischen ABN Amro geführt wird. Im übrigen Europa, vor allem in Italien, Frankreich und Spanien sei die Aktie jedoch sowohl von privater Seite als auch von den institutionellen Investoren stark geordert worden. Zuletzt wären auch noch große Orders aus den USA hereingekommen. Die Nachfrage der privaten Investoren habe das Volumen von rund zwei Milliarden Euro übertroffen. Um wie viel genau die EADS-Aktienemission überzeichnet wurde, wollte der Sprecher jedoch nicht sagen.
Die EADS startet am Montag gleichzeitig an den Börsen in Frankfurt, Madrid und Paris. Unterdessen zeichnet sich ab, dass der Ausgabepreis hinter den bisherigen Erwartungen von EADS zurückbleiben wird. Ursprünglich anvisiert wurden 22 bis 24 Euro. Händler berichteten jetzt über einen Graumarktpreis von 19,50 bis 21 Euro. Der endgültige Ausgabepreis soll am Sonntag bekannt gegeben werden. Er orientiert sich auch am Kurs der Aérospatiale-Matra-Aktie, der seit Anfang Juni von fast 24 Euro auf zwischenzeitlich 19,6 Euro abgesackt war.
Der EADS-Börsengang gehört zu den größten europäischen Aktienemissionen des Jahres. Insgesamt sollen bis zu 166,5 Millionen Aktien platziert und damit drei bis 3,5 Milliarden Euro erlöst werden. Anders als bei den Aktienemissionen von Infineon oder T-Online war wenige Tage vor dem Startschuss der EADS von Börsenfieber in Deutschland wenig zu spüren.