EADS-Anteile Bundesregierung einigt sich mit Banken
Berlin/Paris - "Die Lösung steht", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Letzte Abstimmungen seien noch im Gange, aber die Beteiligten hätten sich bereits getroffen. Er erwarte, dass die Einigung in der nächsten oder übernächsten Woche verkündet werden könne. Medienberichten zufolge sind auch drei ausländische Geldinstitute an dem Bankenkonsortium beteiligt, dass die EADS -Aktien vorübergehend übernehmen soll. Das Konzept werde noch in diesem Monat vorgestellt, sagte Wilhelm.
DaimlerChrysler will seinen EADS-Anteil von 22,5 Prozent auf 15 Prozent reduzieren. Um den deutschen Einfluss auf den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern zu wahren, an dem Frankreich ebenfalls 22,5 Prozent hält, bemühte sich die Bundesregierung seit Monaten um ein inländisches Investorenkonsortium. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" beteiligen sich nun aber die US-Bank Morgan Stanley , die Schweizer Credit Suisse sowie Goldman Sachs .
Vorgesehen ist laut Insiderkreisen eine Derivate-Konstruktion für 7,5 Prozent des DaimlerChrysler-Pakets im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro. Dadurch bleiben die Stimmrechte bei dem Stuttgarter Autobauer, wodurch sich auch an dem deutsch-französischen Machtgefüge bei EADS nichts ändert. Die Banken übernehmen allerdings das Kursrisiko. Als eine Finanzaktion von DaimlerChrysler bezeichnete ein Insider den Deal. Das Konsortium übernimmt die Aktien demnach nur für vier Jahre. Danach muss eine endgültige Lösung für den Anteil gefunden werden. Der Autokonzern und EADS lehnten am Mittwoch eine Stellungnahme ab.
tim/AP