EADS Deutsche verteidigen Doppelspitze
Peking - "Thomas Enders ist derjenige, der ausgewählt worden ist", sagte der scheidende Co-Chef von EADS , Rainer Hertrich, am Dienstag in Peking. Hertrich begleitet derzeit Kanzler Gerhard Schröder bei dessen Besuch in China.
Die zuständigen Gremien müssten der Personalentscheidung allerdings noch zustimmen. Der Aufsichtsrat kommt am Freitag zusammen. Der 45-jährige Rüstungsvorstand Enders, der zu seinem Nachfolger erkoren worden ist, gilt in Industriekreisen als Vertrauter von DaimlerChrysler-Vorstandschef Jürgen Schrempp. Die Stuttgarter sind mit 30 Prozent der größte Einzelaktionär von EADS.
Keine Chance für französische Alleingänge
Einer französischen Übernahme der Führung des derzeit von jeweils einem deutschen und einem französischen Vorsitzenden geleiteten Konzerns erteilte Hertrich eine klare Absage: "Das wird nicht passieren."
Nach Zeitungsberichten strebt der Chef des EADS-Flugzeugbauers Airbus, Noël Forgeard, mit Unterstützung von Frankreichs Präsident Jacques Chirac eine alleinige Führung an und will dafür auch den französischen Co-Chef Philippe Camus ausbooten.
Hertrich sagte, auch wenn es andere Ansichten geben sollte, werde die deutsche Seite das bei der Gründung des Konzerns vereinbarte duale Führungsprinzip nicht aufgeben. Es sei in der Vergangenheit "sehr erfolgreich" gewesen. Allerdings glaubt der EADS-Co-Chef nicht, "dass es etwas für die Ewigkeit ist". Im Moment aber sei es notwendig. Die europäische Integration sei auf der geschäftlichen Seite weiter entwickelt als auf politischer. Den Kunden müsse ein "nationales Gesicht" gezeigt werden.
Sein angekündigter Rückzug am Ende einer fünfjährigen Amtszeit im kommenden Juli hat nach seiner Darstellung nichts mit der aktuellen Entwicklung an der Spitze des Konzerns zu tun, sondern sei bereits im Sommer diskutiert worden. Dahinter stecke eine Mischung aus persönlichen und professionellen Gründen.
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Hertrich nannte es aber schwierig, "diesen Job weiterzumachen in dieser schwierigen Struktur". Er sprach auch die strategische Perspektive des Konzerns an. Die Hauptaktionäre müssten sich auf eine gemeinsame Grundlage einigen. Hier gebe es Unstimmigkeiten.