EADS: Einstieg bei russischem Flugzeugbauer steht bevor - DER SPIEGEL
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EADS Einstieg bei russischem Flugzeugbauer steht bevor

Der geplante Einstieg des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS beim russischen Flugzeugkonzern Irkut ist nach Informationen der Bundesregierung unter Dach und Fach. Parallel wird das Airbus-Werk in Hamburg in größerem Umfang als bisher bekannt ausgebaut.
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München/Hamburg - EADS werde sich am russischen Luft- und Raumfahrtkonzern Irkut mit fünf bis zehn Prozent beteiligen, sagte der Luft- und Raumfahrtkoordinator der Bundesregierung, Ditmar Staffelt, dem "Tagesspiegel". Der deutsch-französische Konzern hatte bereits im September den Einstieg zur Genehmigung angemeldet. Die russische Regierung hatte nach Angaben von Irkut im November eine Beteiligung in Höhe von zehn Prozent gebilligt.

"Die Verhandlungen dauern an", sagte ein EADS-Sprecher. Es gebe keinen neuen Stand, EADS bleibe an einer Beteiligung interessiert.

Die Irkut Corp. bezeichnet sich selbst als führender russischer Flugzeugbauer mit 22.000 Mitarbeitern. Zur Produktpalette gehören auch amphibische Flugzeuge, die zur Brandbekämpfung ausgerüstet werden können, Zivil- und Kampfhubschrauber sowie Militärtransporter.

Nach Bundeskanzler Gerhard Schröder forderte auch Staffelt eine stärkere Öffnung von EADS nach Russland. "Die Luft- und Raumfahrt ist ein Feld, auf dem Russland über enormes Wissen und Erfahrungen verfügt." Es könne daher nur von Vorteil sein, wenn EADS   mit russischen Luft- und Raumfahrtunternehmen zusammenarbeite. Solche Kooperationen sollten erweitert und vertieft werden, sagte Staffelt.

Ausbau in Hamburg

EADS treibt zudem den Ausbau des wichtigsten deutschen Airbus-Standorts voran. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge wird das Werk in Hamburg in größerem Umfang als bisher bekannt vergrößert. Neben dem Ausbau für den Riesenairbus A380 entsteht demnach auch eine neue, 15.500 Quadratmeter große Produktionshalle für Langstreckenmodelle auf dem Werksbereich im Mühlenberger Loch. Airbus ist zu 80 Prozent in Besitz von EADS und zu 20 Prozent von BAE Systems.

"Mit der neuen Halle wollen wir die Produktionsabläufe weiter verbessern", heißt es bei dem Flugzeughersteller. Zur Höhe der Investitionen in die Halle, die so groß wird wie zwei Fußballfelder und im Juni 2006 in Betrieb gehen soll, wurden keine Angaben gemacht. Airbus investiert in Hamburg nach eigenen Angaben insgesamt rund 650 Millionen Euro in den Werksausbau für den A380.

Bei der neuen Hamburger Airbus-Halle, die 120 Meter lang, 125 Meter breit und 25 Meter hoch wird, handelt es sich um eine Multifunktions- und Rumpfmontagehalle, sagte ein Airbus-Sprecher auf Anfrage. Sie könnte für die großen Modelle A330 und A340, den künftigen A350 oder auch den A380 genutzt werden. Mit dem Bau will Airbus in den nächsten Monaten beginnen. Die neue EADS-Halle 261 wird einer der größten Produktionsräume am Airbus-Standort Hamburg-Finkenwerder.