EADS: Fusionsgerüchte belasten die Stimmung - DER SPIEGEL
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EADS Fusionsgerüchte belasten die Stimmung

Die Überlegungen der französischen Regierung für eine Fusion des Luftfahrtkonzerns EADS mit dem größten französischen Rüstungselektronikkonzern Thales stoßen einem Pressebericht zufolge beim deutschen Partner auf Widerstand.
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Hamburg/Berlin - Die deutsche Seite fürchte eine französische Dominanz, meldet die "Financial Times Deutschland" (FTD). Falls dabei das deutsch-französische Gleichgewicht in der EADS   gestört werde, gebe es dazu weder vom größten Einzelaktionär DaimlerChrysler   noch von der deutschen Regierung eine Zustimmung, heißt es aus gut informierten Kreisen.

Den Informationen zufolge ist EADS seinerseits ohnehin nicht am gesamten Thales-Konzern interessiert, sondern allenfalls an Teilen zur Verstärkung der Rüstungssparte. "Eine völlige Integration steht nicht auf der Tagesordnung", sagte ein EADS-Manager der "FTD".

Über die Planspiele des französischen Wirtschaftsministers Nicolas Sarkozy zur Fusion von EADS und Thales hatte die "FTD"-Schwesterzeitung "Les Echos" am Freitag berichtet. Offiziell wollten sich dazu weder EADS und DaimlerChrysler noch die Bundesregierung äußern.

Bislang hält der französische Staat zusammen mit der Lagardere-Gruppe gut 30 Prozent der EADS-Aktien - genauso viele wie DaimlerChrysler. Wegen der Machtbalance hat EADS eine deutsch-französische Doppelspitze. Diese will die deutsche Seite erhalten.

Clement und Sarkozy wollen über Fusion sprechen

Die französischen Fusionsüberlegungen könnten bereits am Dienstag in Berlin bei einem Gespräch Sarkozys mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement zur Sprache kommen, sagte eine Sprecherin Clements.

Das bislang hauptsächlich von Deutschland dominierte Rüstungsgeschäft der EADS würde bei einer Komplettübernahme von Thales aus Paris bestimmt, heißt es weiter. Paris wolle dies dadurch überwinden, dass EADS eine Beteiligung an dem geplanten Verbund von Marinewerften erwirbt, um das deutsche Gewicht zu stärken. Der vor kurzem vollzogene Zusammenschluss der Werften von ThyssenKrupp und HDW gilt als Vorstufe für eine europäische Lösung im Schiffbau nach dem Vorbild der EADS.