EADS Machtkampf um den Airbus-Chefposten
München/Paris - Bis zum Nachmittag haben sich die Kontrahenten noch nicht auf einen Nachfolger von Airbus-Chef Noel Forgeard einigen können. Bei einem Treffen des Verwaltungsrats sei noch keine Entscheidung gefallen, sagte ein Sprecher des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. "Es wird an einer Lösung gearbeitet." Dies brauche noch seine Zeit, es gebe aber keinen Druck.
Bei näherer Betrachtung erscheint diese Aussage etwas untertrieben. Forgeard wechselt bereits am 11. Mai an die Spitze des EADS-Konzerns, dessen wichtigste Tochter Airbus ist. Beobachter sprechen bereits von einer neuen deutsch-französischen Kraftprobe nach der Auseinandersetzung um die Spitze des europäischen Konzerns.
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Zwei Kandidaten sollen nach den offiziell nicht bestätigten Angaben aus französischen Luftfahrtkreisen im Gespräch für die Airbus-Spitze sein: der französische Präsident der EADS-Tochter Eurocopter, Fabrice Brégier, sowie der Airbus-CCO Gustav Humbert.
Bei der Suche nach einem neuen Airbus-Chef soll die deutsche Seite den gegenwärtigen Vize Gérard Blanc abgelehnt haben. Sollte Brégier für den Posten nominiert werden, würden die Franzosen zwar weiterhin den Airbus-Chef stellen, könnten nach Spekulationen der Branche aber dafür die Eurocopter-Leitung an einen Deutschen abgeben müssen. Als denkbares anderes Szenario gilt, dass Forgeard Airbus-Chef bleibt und somit, falls dies Zustimmung findet, eine Doppelfunktion ausüben würde.
Auf der EADS-Hauptversammlung im Mai geben die Co-Chefs Rainer Hertrich und Philippe Camus die Führung an die neue Doppelspitze ab, die aus Forgeard und dem Chef der EADS-Rüstungssparte, Thomas Enders, bestehen soll. Bereits dieser Entscheidung war ein Machtkampf vorausgegangen. Noel Forgeard hatte zunächst die alleinige Führung angestrebt, konnte sich aber nicht durchsetzen.