EADS: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglichen Insiderhandels - DER SPIEGEL
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EADS Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglichen Insiderhandels

Der kriselnde Rüstungs- und Flugzeugkonzern EADS kommt nicht zur Ruhe: Während der Prestige-Flieger A380 die ersten Testflüge in China absolviert, hat die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen. Der Verdacht: Insiderhandel.
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Peking/ Paris - Die Neugierde war groß am Flughafen Peking, unzählige Schaulustige säumten das Rollfeld gemeinsam mit Kamerateams und Fotografen. Derzeit fliegt der A380 verschiedene Flughäfen im Reich der Mitte an, denn auch dort muss seine Praxistauglichkeit überprüft. Haben die Flughäfen überhaupt die Kapazitäten für die Be- und Entladung des Jumbofliegers? Und für die Wartung? Ziel der Flüge ist es, bis Ende des Jahres die Zulassung für den Luftverkehr über China zu bekommen. Das öffentliche Aufsehen ist jedes Mal groß, wenn der Riesenflieger aufsetzt. Heute wird das Flugzeug in Shanghai erwartet.

Während der Problemflieger in Asien auf Werbetour ist, geht es in der Pariser Zentrale des Airbus-Mutterkonzerns EADS   wieder mal hoch her. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt "gegen Unbekannt" wegen des Verdachts auf Irreführung der Märkte und Insiderdelikte. Doch nicht nur bei EADS werden die Untersuchungen für Unruhe sorgen. Ins Visier der Ermittler dürften auch die EADS-Großaktionäre DaimlerChrysler   und Lagardère geraten, die vor dem Absturz der Aktie im Juni jeweils 7,5 Prozent EADS-Anteile mit hohem Gewinn verkauft hatten. Entsprechende Informationen der in Nancy erscheinenden Zeitung "l'Est Républicain" wurden aus französischen Justizkreisen bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft reagiert damit auf eine Klage von Kleinaktionären, bevor die Pariser Börsenaufsicht ihre Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen hat. Der Verband der Kleinaktionäre APPAC wirft der EADS-Führung vor, die Öffentlichkeit monatelang über Verzögerungen beim Bau des Super-Airbus A380 getäuscht zu haben. Der Konzern hätte nicht schon im März Prüfungen der A380-Fertigung eingeleitet, wenn er damals noch kein Problem gesehen hätte, heißt es.

Die EADS-Aktie war Mitte Juni um mehr als 23 Prozent abgestürzt, nachdem weitere Verzögerungen beim Bau des Super-Airbus A380 bekannt geworden waren. Auf dem Höhepunkt des Aktienkurses hatten Lagardère und DaimlerChrysler zuvor bereits Kasse gemacht. Auch der damalige EADS-Co-Chef Noël Forgeard - der im Zuge der Krise zurücktrat - und andere Manager hatten vor dem Kurssturz EADS-Aktien mit Millionengewinn verkauft.

In der Doppelspitze im Verwaltungsrat der Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns steht unterdessen eine Personalveränderung bevor. Der deutsche Co-Verwaltungsratschef Manfred Bischoff werde im kommenden Jahr den Posten verlassen, wenn er im April die Führung im Aufsichtsrat des Großaktionärs DaimlerChrysler übernehme, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Größte Chancen auf die Nachfolge Bischoffs habe DaimlerChrysler-Vorstand Rüdiger Grube, der bereits im EADS-Verwaltungsrat sitzt und für Airbus und die DASA gearbeitet hat. Der Verwaltungsrat von EADS wird von einer deutsch- französischen Doppelspitze geführt.

ase/AP/dpa

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