easyJet: Kurs stürzte um 20 Prozent ab - DER SPIEGEL
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easyJet Kurs stürzte um 20 Prozent ab

Dass hohe Ölpreise und scharfe Konkurrenz der Billigflieger-Branche zusetzen, war eigentlich jedem bekannt. Doch erst eine verklausulierte Gewinnwarnung von easyJet-Chef Ray Webster ließ den Damm brechen. EasyJet-Anleger erteilten massenhaft Verkaufsorders, die Aktie verlor fast 20 Prozent ihres Wertes.
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London - Die Papiere des britischen Billigfliegers kosteten bei Börsenschluss noch 161,66 Pence. Vor diesem schwarzen Tag hatte der Kurs noch knapp unter 200 Pence gelegen. Die meisten britischen Standardwerte waren dagegen am Montag fester in die neue Handelswoche gestartet.

Grund war die verklausulierte Gewinnwarnung, die Webster bei Vorlage der Mai-Verkehrszahlen am Montag in London herausgegeben hatte. Erneut hatte er auf die schwierigen Wettbewerbsbedingungen in der Branche hingewiesen und seinen vorsichtigen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr bekräftigt. Das "unprofitable und unrealistische Preisniveau" werde im restlichen Jahr Bestand haben. Im vergangenen Monat sei die Zahl der beförderten Passagiere auf Jahressicht von 1,76 Millionen auf 2,1 Millionen gestiegen.

Webster optimistische Aussagen wollten die Anleger schon nicht mehr wahrnehmen. Anders als andere Anbieter habe easyJet ausreichende Finanzkraft, um seine Marktposition zu verteidigen, sagte er. Zudem seien die Finanzmittel für 82 bestellte Flugzeuge gesichert. Sollten die Treibstoffpreise auf dem aktuellen Niveau bleiben, werde sich dies mit umgerechnet knapp sechs Millionen Euro negativ auf das Jahresergebnis auswirken. Bei einem leichten Rückgang der Ölpreise und einem stabilen britischen Pfund werde das Vorsteuerergebnis 2004 den Vorjahreswert von 52 Millionen Pfund übertreffen.

Die Hoffung ist durchaus begründet, denn bei den Preisen von Öl und Benzin zeichnet sich allmählich Entspannung ab: An der Londoner Rohstoffbörse wurde ein Barrel Öl am Montagmittag für 35,17 Dollar gehandelt, 50 US-Cent billiger als am vergangenen Freitag. Ein Barrel (159 Liter) Öl der OPEC-Länder kostete vergangene Woche durchschnittlich 36,49 Dollar nach 36,70 Dollar in der Woche davor, wie die Organisation Erdöl exportierender Länder am Montag in Wien mitteilte. Am Freitag war der Preis auf 34,94 Dollar gefallen. In Deutschland kostete Superbenzin am Montag im Schnitt etwa 1,16 bis 1,17 Euro, wie Shell und Aral mitteilten. Das sind 5 Cent weniger als der Rekordpreis von Mitte Mai.