Edel-Mode: Hugo Boss verkauft Baldessarini - DER SPIEGEL
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Edel-Mode Hugo Boss verkauft Baldessarini

Der frühere Hugo-Boss-Chef Baldessarini übernimmt die von ihm selbst geschaffene und nach ihm benannte Modemarke Baldessarini. Der Boss-Konzern suchte schon seit Anfang des Jahres nach einem Käufer.
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Stuttgart - Das Luxuslabel Baldessarini gehe Anfang September in den Besitz des Österreichers über, teilte Hugo Boss mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte eine Sprecherin. Dem Verkauf gingen langwierige Verhandlungen voraus. Im Januar gab der Konzern bekannt, sich von der Marke trennen zu wollen. Die Herrenmode-Marke sei zu klein für den Konzern, hatte Hugo-Boss-Chef Bruno Sälzer die Verkaufsabsichten begründet. Nach der Auslieferung der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2007 sollte die Marke eingestellt werden.

Baldessarini will die von ihm kreierte Luxusmode-Kollektion früheren Angaben zufolge eigenständig weiterführen und sucht dafür Investoren. Seit 1993 trägt die von ihm geschaffene Kollektion seinen Namen. Nachdem er vor vier Jahren den Chefposten bei Boss an seinen Nachfolger Sälzer abgegeben hatte, war er bis zuletzt noch als Berater für den Modekonzern tätig. Bei ihm verblieb auch die kreative Verantwortung für die Designermarke mit den überwiegend handgefertigten Produkten. Boss setzte mit der Marke Baldessarini zuletzt 17 Millionen Euro pro Jahr um, ein Bruchteil des mit Damen- und Herrenmode erwirtschafteten Konzernumsatzes von 1,3 Milliarden Euro. 2002 lag der Baldessarini-Umsatz noch bei 20,4 Millionen Euro.

Zwischen Baldessarini und Sälzer war es nach der Verkaufsankündigung zu einem Streit um die Markenrechte gekommen. Baldessarini hatte in Interviews auf den Besitz der Namensrechte gepocht, während die Markenrechte bei Hugo Boss lägen. Zu weiteren Interessenten an der Luxusmarke wollte sich Hugo Boss nicht äußern. Einem Zeitungsbericht zufolge hatten auch der westfälische Modehersteller Ahlers und der frühere Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus Interesse an der Marke Baldessarini.

Das Geschäft mit den "Baldessarini"-Düften führt der mit Herrenmode groß gewordene Modekonzern hingegen in Eigenregie weiter, Vertriebspartner des Duftes ist der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble.

nkl/Reuters/dpa