»Ein einziger Einfall« - DER SPIEGEL
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UNTERNEHMER »Ein einziger Einfall«

• aus DER SPIEGEL 28/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sebastian Turner, 34, Geschäftsführer der Werbeagentur »Scholz & Friends Berlin«, über Kreativpreise und den Charme von Lkw-Werbung

SPIEGEL: Ihre Agentur belegt beim neuesten »Kreativ-Ranking« der Zeitschrift »werben&verkaufen« erstmals Platz eins - dabei haben Sie in letzter Zeit prominente Kunden verloren, etwa die Telekom und die »FAZ«. Selbst überrascht?

Turner: Sie haben wirklich eine rührende Art, Glückwünsche zu übermitteln. Ja, wir sind überrascht, von der Auszeichnung und auch vom erfolgreichen Geschäftsverlauf in den letzten Monaten. Wir haben große Etats gewonnen, Axa Versicherung, Consors und Gala Kaffee.

SPIEGEL: Derzeit setzen eher Agenturen wie Jung von Matt, die bisher vor Ihnen lagen, kreative Akzente - etwa mit Angela Merkels Sturmfrisur im Cabrio.

Turner: Das war wirklich eine tolle Anzeige, und es ist auch eine sehr gute Agentur. In aller Bescheidenheit darf ich aber darauf hinweisen, dass wir seit drei Jahren die kreativste deutsche Agentur bei der Werbeolympiade in Cannes sind, in diesem Jahr mit sechs Löwen sogar die erfolgreichste des ganzen Wettbewerbs.

SPIEGEL: Wo sah die Jury denn Ihre kreativen Verdienste?

Turner: Zum Beispiel in einer Kampagne für schwere Lkw und die Reisemobile von Mercedes, für die Hutmarke Fiona Bennet und für eine Initiative gegen rechte Gewalt.

SPIEGEL: Was ist an der Lkw-Werbung denn so besonders?

Turner: Der Slogan steht nicht auf Plakaten oder Anzeigen, sondern hinten auf dem Wagen. Sie warten dahinter im Stau und lesen: »Bis man Leberwurst per E-Mail verschicken kann, müssen wir uns die Straße leider noch teilen.« Alle Kampagnen sind auf einen einzigen Einfall reduziert. Sie sollen überraschen und überzeugen.

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