Einfuhrstopp: Russland verbietet Import von EU-Fleisch - DER SPIEGEL
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Einfuhrstopp Russland verbietet Import von EU-Fleisch

Neuer Zoff zwischen Moskau und Brüssel. Die russische Regierung vermutet in Fleisch aus Europa Rückstände von Antibiotika - und verhängt deshalb einen Einfuhrstopp. Die Europäer wittern eine politische Intrige.
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Hamburg - Schweine und Geflügel aus der EU müssen draußen bleiben: Bei Fleischproben fanden die Russen Rückstände von Medikamenten - und verboten insgesamt 70 Betrieben aus der EU die Einfuhr, berichtet die "Financial Times Deutschland".

Dem Blatt zufolge sind auch 13 Betriebe aus Deutschland von dem Importstopp betroffen. Bei der EU stößt die Maßnahme auf Unverständnis: "Europäische Landwirtschaftsprodukte, die nach Russland exportiert werden, sind sicher und entsprechen internationalen Standards", sagte EU-Handelskommissar Peter Mandelson dem Blatt. Der Einfuhrstopp bereite dem Handelskommissar "Anlass zu großer Sorge".

Laut der Zeitung vermutet die EU, dass die Russen den Importstopp verhängten, um die heimische Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Der Verdacht: Medwedew und Regierungschef Putin nutzen den Gesundheitsschutz, um EU-Konkurrenten vom Markt zu drängen. Russland wolle starke heimische Produzenten, die bei Lebensmitteln die Unabhängigkeit von anderen Ländern sichern, berichtet das Blatt.

Die russische Regierung pocht jedoch darauf, dass das Importfleisch keinerlei Spuren von Antibiotika enthalten darf. "Das ist kein politisches Thema", sagte Russlands EU-Botschafter Wladimir Tschichow. In der Fleischindustrie ist es weltweit üblich, Antibiotika zu verwenden - es entspricht europäischen Standards. Die EU-Kommission schätzt, dass ein Drittel der EU-Schweinefleisch- und die Hälfte der Geflügelproduktion betroffen sind.

cvk/AFP