Eingestellt Kein Gold.de mehr
Hamburg - "Liebe Gold.de-User. Mit dem heutigen Tag wird Gold.de eingestellt. Vielen Dank für Ihre Besuche.Man sieht sich!", so die letzten Worte auf der Online-Seite des Webführers. Ein weiteres Heft wird es nicht geben, die dahinter stehende Gesellschaft Crossmedia wurde aufgelöst. Die Einstellung habe wirtschaftliche Gründe, sagte die Sprecherin von PopNet, Susanne Jesche. PopNet war mit einem Anteil von 25 Prozent an Crossmedia beteiligt.
Das Anzeigengeschäft habe sich enttäuschend entwickelt, so Jesche weiter. Die anvisierte Zielgruppe der Dot.com-Unternehmen sei offenbar nicht bereit gewesen, auch Werbung zu schalten. "Das haben wir falsch eingeschätzt", meinte sie.
Kurz zuvor hatte sich Kurt Weichler, Geschäftsführer von Gold.de, noch siegessicher gegeben. Man habe das Etappenziel erreicht und verkaufe stabile 150.000 Exemplare, sagte er dem Fachmagazin "kressreport". Pikanterweise erschien diese Meldung genau am Freitag, dem Tag der Einstellung des Magazins. Zuvor hatte sich Crossmedia geweigert, eine Prüfung der Auflage über sich ergehen zu lassen.
Von der Entscheidung sind nach Angaben von PopNet 50 Mitarbeiter betroffen, Entlassungen wurden nicht ausgeschlossen.
Auf den Internet-Dienstleister und Software-Entwickler PopNet kommen nach Angaben von Jesche "einmalige Abschreibungen von knapp acht Millionen Mark zu. Außerdem werde mit einer einmaligen Belastung des Ergebnisses durch die Auflösung von Crossmedia in Höhe von 1,5 Millionen Euro gerechnet. Neben der PopNet Internet AG waren auch der Hamburger Otto-Versand mit 24,9 Prozent, Gründer und Management mit knapp 40 Prozent sowie die Commerzbank mit rund zehn Prozent mit im Boot.
Das Magazin mit Tipps zum Einkaufen und Surfen im Internet sowie einem Programmführer zu den Ereignissen im Netz war am 23. März erstmals erschienen, 20 Ausgaben kamen heraus. Um mehr Leser zu gewinnen, hatten die Blattmacher nach Personalquerelen das Magazin überarbeitet und im September noch ein Fernseh-Programm beigelegt. Zwei Ausgaben gab es dann zum Aktionspreis von einer Mark.