Einkommenstreit: Air Berlin droht Streik in der Ferienzeit - DER SPIEGEL
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Einkommenstreit Air Berlin droht Streik in der Ferienzeit

Der Druck auf Air Berlin steigt: Bei einer Urabstimmung haben sich 96 Prozent der LTU-Beschäftigten für Streiks ausgesprochen - ein konkreter Termin für Ausstände steht aber noch nicht fest.
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Berlin - Der Billigflieger Air Berlin steuert womöglich auf einen Streik in der Hauptreisezeit zu. Bei einer Urabstimmung der Flugbegleiter der Air-Berlin-Tochter LTU hätten sich mehr als 96 Prozent der Beschäftigten für einen Streik ausgesprochen, teilte die Gewerkschaft Ver.di am Mittwoch in Berlin mit. Air Berlin zeigte sich jedoch zuversichtlich, bei einer Fortsetzung der Gespräche mit Ver.di am Freitag zu Ergebnissen zu kommen.

Air-Berlin-Flugzeug: Flugbegleiter der Tochter LTU erhöhen den Druck

Air-Berlin-Flugzeug: Flugbegleiter der Tochter LTU erhöhen den Druck

Foto: DPA

LTU gehört seit 2007 zur Air Berlin. Als eigenständige Marke existiert der traditionsreiche Ferienflieger inzwischen nicht mehr. Die LTU-Flugzeuge wurden umlackiert, Air Berlin wickelt seine Langstreckenflüge aber nach wie vor überwiegend mit Personal der LTU ab.

Das Ergebnis der Urabstimmung sei "eindeutig", erklärte ein Ver.di-Sprecher. "Ein Streik ist jederzeit möglich." Eine "unmittelbare Entscheidung" über Arbeitsniederlegungen sei jedoch noch nicht gefallen.

Kernpunkt der Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft ist die künftige Gestaltung der Einkommen der LTU-Beschäftigten unter dem Dach von Air Berlin. Daneben geht es um den Fortbestand bisheriger Regelungen zur Altersversorgung und zum Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2010. Bei der LTU sind rund 1500 Flugbegleiter beschäftigt. Insgesamt hat Air Berlin rund 8100 Mitarbeiter.

Wie Ver.di mitteilte, hat Air Berlin zwar bereits ein Eckpunkte-Papier zur künftigen Gestaltung der Gehälter der LTU-Mitarbeiter unterzeichnet, in dem es unter anderem um eine Verlängerung bisheriger Gehaltsstrukturen über 2012 hinaus geht. Dabei handle es sich jedoch lediglich um einen "ersten Schritt in die richtige Richtung", erklärte Ver.di. Von einer Einigung im Tarifstreit seien die Streitparteien "noch weit entfernt".

Ein weiterer Aspekt der Auseinandersetzung ist laut Ver.di eine Einigung auf eine Lohnerhöhung. Ver.di fordert ein Plus von sechs Prozent. Die Arbeitgeber hatten bisher 3,6 Prozent angeboten.

Eine Air-Berlin-Sprecherin bezeichnete die Unterzeichung des Eckpunkte-Papiers zur künftigen Gestaltung der Löhne der LTU-Beschäftigten als "wichtiges Signal" auf dem Weg zu einer Einigung. Damit sei der Gewerkschaft Entgegenkommen signalisiert worden. "Wir sind deshalb zuversichtlich und wollen die Verhandlungen am Freitag konstruktiv weiterführen."

ssu/AFP/dpa

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