Einstieg auf Raten - DER SPIEGEL
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UNTERNEHMEN Einstieg auf Raten

• aus DER SPIEGEL 50/1997
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rosenthal-Chef Ottmar C. Küsel, 46, über den geplanten Verkauf des Unternehmens an den weltgrößten Glas- und Porzellanhersteller Waterford Wedgwood in Dublin

SPIEGEL: Herr Küsel, als die irische Waterford-Wedgwood-Gruppe Anfang 1997 bei der Rosenthal AG einstieg, hieß es, der Konzern wolle nur eine Minderheit erwerben. Nun wollen die Iren Rosenthal komplett übernehmen. Geht es dem Unternehmen so schlecht ?

Küsel: Nein, das Gegenteil ist der Fall. Die Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Monaten so gut entwickelt, daß Wedgwood nun an einer vollständigen Übernahme interessiert ist. Daß es mit Rosenthal wieder bergauf geht, können Sie auch am Aktienkurs ablesen. Er hat sich gegenüber dem Frühjahr 1996 fast verdoppelt.

SPIEGEL: Wird die Produktion nun langfristig von Selb nach Irland verlegt?

Küsel: Wir bleiben ein eigenständiges Unternehmen. Der Umzug wäre auch technisch gar nicht möglich. Waterford Wedgwood produziert hochtransparentes Bone-China-Porzellan, wir verarbeiten überwiegend den traditionellen Grundstoff Kaolin. Und den gibt es bei uns in Bayern.

SPIEGEL: Warum haben Sie sich nicht mit einem einheimischen Wettbewerber zusammengeschlossen?

Küsel: Wir haben Zweifel, ob das Kartellamt da mitgespielt hätte. Außerdem bietet uns Waterford Wedgwood bessere Wachstumschancen. Das Unternehmen ist in England, den USA und Japan bestens eingeführt.

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