Einstieg bei der Postbank: Deutsche Bank und Post grundsätzlich einig - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Einstieg bei der Postbank Deutsche Bank und Post grundsätzlich einig

Hart erkämpfter Deal: Die Deutsche Bank hat sich Berichten zufolge mit der Post grundsätzlich auf einen Einstieg bei der Postbank geeinigt. Am Freitag soll die Vereinbarung demnach bekannt gegeben werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Letzte Details sind noch offen, unterschrieben ist noch nichts - aber grundsätzlich hat sich die Deutsche Bank  Finanzkreisen zufolge mit der Post geeinigt. Der Post-Aufsichtsrat müsse die Entscheidung zum Verkauf der Postbank   am Freitag allerdings noch absegnen. "Man ist sich grundsätzlich einig", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. "Es ist nicht falsch, von einer grundsätzlichen Übereinkunft zu sprechen", sagte ein anderer Insider. Noch am Freitag solle die Öffentlichkeit informiert werden.

Der Bonner "General-Anzeiger" berichtet, die Deutsche Bank werde mit 29,75 Prozent einsteigen und sich ein Vorkaufsrecht für die restlichen Anteile sichern. Auch in Kreisen des Post-Kontrollgremiums hieß es der Nachrichtenagentur Reuters zufolge zuletzt, dass das Frankfurter Geldhaus wohl zunächst einen Anteil von unter 30 Prozent erwerbe und so kein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre abgeben müsste.

Nicht einmal zwei Wochen nach der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank   ginge die Konsolidierung am deutschen Bankenmarkt damit weiter. Die Postbank-Aktie schloss mit einem Plus von mehr als vier Prozent bei 46,55 Euro. Die Deutsche Bank, die Deutsche Post   und die Postbank wollten die Informationen nicht kommentieren.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte am Morgen in Frankfurt signalisiert, dass sich Deutschlands größte Bank in der derzeit angespannten Situation an den Märkten zunächst auch auf eine Minderheitsbeteiligung einlassen würde.

"Die Frage ist immer, ob man eine Lösung findet - auch was den Preis betrifft", sagte Ackermann. "Wir haben immer gesagt, dass die Postbank strategisch gut passen würde", betonte er.

Post-Chef Frank Appel hatte im Juni den Startschuss für den Verkauf der Postbank gegeben und angekündigt, der Konzern trete im Sondierungsprozess um die Zukunft der Tochter in eine "intensivere Phase" ein. Die Finanzmarktkrise, fallende Aktienkurse und Bewertungsschwierigkeiten hatten eine rasche Entscheidung aber verhindert. Die Gespräche mit der Deutschen Bank waren vor einigen Wochen zum Erliegen gekommen, da die Preisvorstellungen zu weit auseinanderklafften.

Der Marktwert der Postbank ist auf gut sieben Milliarden Euro zusammengeschmolzen von mehr als zehn Milliarden Euro im Frühjahr. Nach der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank war wieder Schwung in die Verhandlungen gekommen.

ase/Reuters