Einstiegsangebot: Scheichs wollen Hamburger Hafen kaufen - DER SPIEGEL
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Einstiegsangebot Scheichs wollen Hamburger Hafen kaufen

Die Geschäfte im Hamburger Hafen laufen prächtig - doch die Betreibergesellschaft HHLA braucht Geld für den Ausbau der Terminals. Deshalb sucht das stadteigene Unternehmen nach Privatinvestoren. Jetzt will der weltweit drittgrößte Hafenbetreiber Dubai Ports World einsteigen.
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Hamburg/Dubai - Dubai Ports World wolle rund 49,9 Prozent der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) übernehmen, berichtet die "Welt". Eine Konzernsprecherin aus Dubai habe die Pläne bestätigt. Dubai Ports World ist der drittgrößte Hafenbetreiber weltweit und wird von der Dubaier Herrscherfamilie um Scheich Maktum finanziell unterstützt.

Hamburger Hafen: Eine Milliarde Euro werden für den Ausbau der Terminals in den nächsten Jahren benötigt - private Investoren sollen das Problem lösen

Hamburger Hafen: Eine Milliarde Euro werden für den Ausbau der Terminals in den nächsten Jahren benötigt - private Investoren sollen das Problem lösen

Foto: AP

Die stadteigene AG betreibt drei der vier großen Containerterminals in Hamburg und braucht in den nächsten Jahren etwa eine Milliarde Euro für deren Ausbau. Dafür wird bereits seit geraumer Zeit ein privater Investor gesucht, allerdings will die Stadt die Mehrheit des Unternehmens behalten. Insgesamt hätten etwa 30 Interessenten ihre Angebote bei der HHLA eingereicht, heißt es in der "Welt".

Unter den Bietern ist auch die Deutsche Bahn, die als aussichtsreichster Kandidat gilt. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn soll die Logistikzentrale des Konzerns nach Hamburg verlegen wollen, wenn er das Bieterrennen gewinnt. Der Bahn-Chef hatte im vergangenen Jahr für Furore gesorgt, als er die Verlegung der gesamten DB-Konzernzentrale von Berlin nach Hamburg im Zusammenhang mit einem Einstieg bei der HHLA verkündete. Die Bundesregierung pfiff den forschen Manager damals allerdings zurück.

Ver.di verstärkt Protest gegen Privatisierung

Neben der Bahn und der Dubaier Gesellschaft haben sich auch Rhenus, der direkte Konkurrent Eurogate und Finanzinvestoren wie 3i, die von dem früheren HHLA-Chef Peter Dietrich beraten werden. Im Januar will Hamburg nun mit zehn bis 15 Bietern Verhandlungen beginnen, heißt es in dem Bericht weiter. Experten zufolge ist die HHLA etwa 1,5 Milliarden bis zwei Milliarden Euro wert.

Dubai Ports World hatte zuletzt mit dem Kauf des britischen Hafenbetreibers P&O für sechs Milliarden Euro für Aufsehen gesorgt. Die US-Häfen, die die Gesellschaft mit dem Kauf von P&O erworben hatte, hat das Unternehmen inzwischen an den Versicherungskonzern AIG verkauft. Der Einstieg der Dubaier Firma hatte in den USA zu massiven Protesten geführt.

Sollte tatsächlich das arabische Unternehmen den Zuschlag für Hamburg bekommen wäre es der erste Verkauf eines deutschen Hafenunternehmens an einen ausländischen Betreiber. Ohnehin ist der Güterumschlag an den deutschen Häfen bisher noch weitgehend unter öffentlicher Kontrolle, allerdings leidet dabei nicht nur Hamburg unter chronischem Geldmangel. So wird beispielsweise auch ein Käufer für den Lübecker Hafen gesucht.

Die Gewerkschaft Ver.di und die Betriebsräte der HHLA haben unterdessen ihre Proteste gegen die laufende Teilprivatisierung des Unternehmens verstärkt. Nach einer Betriebsversammlung am kommenden Donnerstag habe man zu einer Demonstration durch die Hamburger Innenstadt aufgerufen, hieß es in einer Ver.di-Mitteilung heute. Die Arbeitnehmerseite vertritt die Auffassung, dass die HHLA ihre notwendigen Investitionen aus eigener Kraft stemmen kann. Zudem wehren sich die Arbeitnehmer gegen die Ausgliederung von Immobilien aus der HHLA, darunter die historische Hamburger Speicherstadt.

ase/dpa