Einzelhandel: Der Aldi-Angriff hat begonnen - DER SPIEGEL
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Einzelhandel Der Aldi-Angriff hat begonnen

Der Discounter Aldi hat seine Preisoffensive gestartet und provoziert die Konkurrenz mit großformatigen Anzeigen. Die Wettbewerber reagieren zunächst zögerlich und fürchten offenbar um ihre Einnahmen.
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Mülheim/Essen - Nur Zigaretten und Tabak bleiben teuer wie eh und je, ansonsten aber hat der Markführer unter Deutschlands Discountern die Preise für sämtliche angebotenen Artikel gesenkt - um durchschnittlich zwei bis drei Prozent.

In doppelseitigen Zeitungsanzeigen warb der Discounter mit der "Größten Aldi-Preissenkung aller Zeiten". Alle "ungeraden" Euro-Preise wurden auf den nächsten, optisch attraktiven "Schwellenpreis" gesenkt. So gilt für Tiefkühlkostartikel, die bisher 6,59 Mark oder umgerechnet 3,369 Euro kosteten, ein neuer Preis von 3,29 Euro. Ein Liter frische Vollmilch kostet statt 61 Cent nun 59 Cent.

"Das ist das Einläuten einer neuen Preisrunde", urteilte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels, Gerd Härig. Nun werde es vom Verhalten der Konkurrenten abhängen, ob es wieder zu einem so erbitterten Preiskampf komme wie zuletzt vor zwei Jahren. Tatsächlich folgten bereits am Mittwoch die ersten kleineren Konkurrenten dem Beispiel des Marktführers. Der Lebensmittel-Discounter Norma orientierte sich dabei sichtbar am Aldi-Vorbild und warb ebenfalls mit "Preissenkungen auf die neuen Euro-Eckpreise".

Der große Aldi-Konkurrent Lidl dagegen reagierte zunächst zurückhaltend und warb in großen Anzeigen unter dem Motto "Euro = jetzt noch billiger" lediglich mit einer Vielzahl von Preissenkungen auf Einzelartikel. Eine Sprecherin des Neckarsulmer Unternehmens lehnte jedoch jede Stellungnahme ab, ob nach dem Aldi-Vorbild Preissenkungen auf alle Produkte geplant seien.

Europas drittgrößter Lebensmittelhändler Rewe gab sich gelassen. Rewe-Sprecher Wolfram Schmuck sagte: "Wir werden unsere Preise so gestalten, dass sie wettbewerbsfähig sind." Der zur Tengelmann-Gruppe gehörende Discounter Plus hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, in der ersten Januarwoche die Preise für rund 250 Artikel dauerhaft zu senken und keinen einzigen zu erhöhen.