Einzelhandel "Der Mai war eine Katastrophe"
Wiesbaden/Berlin - Nach den April-Zahlen des Statistischen Bundesamtes setzte der Handel kalender- und saisonbereinigt im Vergleich zum März nominal 2,3 Prozent weniger ab. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag das Minus nominal bei 0,8 und real, also inflationsbereinigt, bei 1,9 Prozent. Auch der Mai wird nach Ansicht des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) nicht die Trendwende bringen.
Der Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung des HDE, Robert Weitz, sagte am Montag, die genauen Mai-Zahlen aus der Befragung des Verbandes lägen erst in der kommenden Woche vor. Doch: "Nach allem, was ich weiß und gehört habe, war der Mai eine Katastrophe", so Weitz. Irgendeine Belebung sei bisher nicht festzustellen gewesen. Auffällig sei zudem, dass der Rotstift bei den Preisen in diesem Jahr sehr viel früher angesetzt worden sei als üblich.
Das Statistische Bundesamt berichtete, in den ersten vier Monaten des Jahres 2002 sei der Umsatz nominal um 1,6 und real um 3,0 Prozent niedriger ausgefallen als im Vorjahreszeitraum.
Der Einzelhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im April zwar nominal 0,4 Prozent mehr ab, real waren es aber 1,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Lebensmittelgeschäfte mit einem breiten Sortiment wie Supermärkte, SB-Warenhäuser sowie Verbrauchermärkte schnitten allerdings deutlich besser ab als der Facheinzelhandel. Warenhäuser und Verbrauchermärkte erzielten nominal ein Plus von 0,6 Prozent, real betrug das Minus 1,1 Prozent. Der Facheinzelhandel mit Nahrungsmitteln, zu dem unter anderem die Delikatessgeschäfte gehören, wies dagegen deutliche Umsatzrückgänge von nominal 3,5 Prozent und real von 5,1 Prozent aus.
Der Einzelhandel mit Nicht-Nahrungsmitteln - dazu gehört der Einzelhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern - erreichte sowohl nominal (minus 1,6 Prozent) als auch real (minus 2,3 Prozent) das Ergebnis des Vorjahresmonats nicht.
Zwei Branchen erzielten höhere Umsätze als im April 2001, nämlich der Versandhandel mit nominal plus 9,7 Prozent und real plus 8,5 Prozent und der Facheinzelhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten sowie die Apotheken (nominal plus 5,2 Prozent, real plus 5,0 Prozent).
Unter den Ergebnissen des Vorjahresmonats blieben der Facheinzelhandel mit Hausrat, Bau- und Heimwerkerbedarf (nominal minus 2,9 Prozent, real minus 4,0 Prozent), der Facheinzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen (nominal minus 3,8 Prozent, real minus 4,9 Prozent), der sonstige Facheinzelhandel, zum Beispiel Bücher, Zeitschriften, Schmuck, Sportartikel mit nominal minus 6,7 Prozent und real minus 7,8 Prozent und der sonstige Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, zu dem die Waren- und Kaufhäuser gehören (nominal minus 7,7 Prozent, real minus 8,7 Prozent).