Einzelhandel: Discounter kommen aus der Mode - DER SPIEGEL
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Einzelhandel Discounter kommen aus der Mode

Mit Dauerniedrigpreisen haben Aldi, Lidl und Co. die etablierten Supermärkte in den vergangenen Jahren förmlich überrollt. Inzwischen jedoch zeichnet sich einer Studie zufolge eine Trendumkehr ab. Die Schnäppchenjäger werden anspruchsvoller.
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München - Die Bilanz der letzten zehn Jahre ist beeindruckend. In Europa konnten die Discounter ihren Marktanteil nahezu verdoppeln, die Zahl der Filialen stieg von 20.000 auf 30.000. An der Dominanz der Discounter werde sich zwar in absehbarer Zeit nichts ändern, schreiben die Handelsexperten der Unternehmensberatung Mercer in ihrer Studie. Doch jedenfalls in Deutschland stoße das Wachstum inzwischen an seine Grenzen. In Zukunft zählten nicht mehr ausschließlich Billigpreise, vielmehr würden Auswahl und Qualität des Angebots zu Schlüsselfaktoren.

Die Studie, die auf einer deutschlandweiten Online-Umfrage unter 2000 Verbrauchern basiert, sieht den Lebensmitteleinzelhandel vor einer Trendwende. In der Wahrnehmung der Verbraucher hätten vor allem die Supermärkte Edeka und Rewe mit ihrer Sortimentsentwicklung und Kundennähe deutlich zugelegt. "Die Supermärkte könnten jetzt eine Renaissance erleben, wenn sie ihren Kompetenzvorsprung beim Sortiment konsequent nutzen", erklärte Mercer-Handelsexperte James Bacos.

Um den Discountern wieder Marktanteile abzujagen, seien erhebliche Anstrengungen notwendig, sagte Bacos. Denn auch die Billig-Ketten seien in den letzten Jahren nicht untätig geblieben und hätten ihr Angebot kontinuierlich ausgebaut. Deshalb genüge es nicht, die Konkurrenz allein beim Preis zu schlagen. Service und kompetente Beratung seien ebenso wichtig.

Bei den Discountern führt der Studie zufolge Aldi nach wie vor unangefochten, kann seinen Spitzenplatz aber ausschließlich über das gute Preisimage halten. Bei der Leistungszufriedenheit beginne Aldi hinter Lidl zurückzufallen, der frühzeitig auch auf Markenprodukte gesetzt habe und dort Preisführer sei, hieß es weiter. Lidl entwickle sich durch die Einführung neuer Warengruppen und die Vertiefung des Angebots zum Vollsortimenter. Aus Kundensicht bekomme Lidl dadurch bessere Noten bei der Leistungszufriedenheit, dies gehe aber zu Lasten der Preiszufriedenheit.

mik/AP