Einzelhandel: Ein kleines Plus ist nicht genug - DER SPIEGEL
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Einzelhandel Ein kleines Plus ist nicht genug

Erstmals seit drei Monaten ist der Umsatz der Einzelhändler wieder gestiegen. Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels sieht darin aber noch keineswegs eine Trendwende.
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Wiesbaden/Berlin - Insgesamt setzte die Branche nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Januar real 1,3 Prozent mehr um als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Im Vergleich zum Dezember 2002 wurden 4,2 Prozent mehr abgesetzt.

Verbandssprecher Hubertus Pellengahr sieht dennoch keinen Grund zur Entwarnung. Es handele sich nur um ein minimales Plus auf niedriger Basis. Für das Gesamtjahr rechnet Pellengahr weiterhin mit einem Umsatzminus von rund 1,5 Prozent. Er wies zugleich darauf hin, dass das Plus im Januar fast ausschließlich auf dem Zuwachs bei den Warenhäusern und Discountern des Nahrungsmitteleinzelhandels beruhe, die teilweise auch technische Artikel und Kleidung billig anböten. Der Facheineinzelhandel habe dagegen verloren. "Der Mehrzahl der Einzelhandelsgeschäfte, insbesondere dem mittelständischen Fachhandel, geht es weiterhin sehr schlecht".

Auch das ifo-Institut in München geht in einer aktuellen Studie nicht davon aus, dass sich der Umsatz im Einzelhandel in diesem Jahr beleben wird. Vielmehr sei mit einem weiteren leichten Rückgang von rund einem Prozent zu rechnen. Für das zweite Halbjahr schließt das ifo-Institut eine leicht positive Entwicklung aber nicht aus.

Ein deutliches Plus verzeichnete im Januar der Einzelhandel bei Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren von nominal 4,8 und real 6,3 Prozent. Dabei setzten Super- und Verbrauchermärkte mehr um, der Facheinzelhandel mit Nahrungsmitteln, zu dem zum Beispiel Getränkemärkte und Fischgeschäfte gehören, wies dagegen einen Umsatzrückgang aus.

Der Einzelhandel mit Nicht-Nahrungsmitteln erreichte das Vorjahresergebnis nicht. Er wies insgesamt einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent aus. Lediglich der Versandhandel und der Facheinzelhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten sowie die Apotheken erzielten bessere Umsätze als im Januar 2002. Die anderen Branchen blieben unter den Ergebnissen des Vorjahresmonats. Dies betraf den Facheinzelhandel mit Textilien, Bekleidung und Schuhen, die Waren- und Kaufhäuser, den Facheinzelhandel mit Hausrat, Bau- und Heimwerkerbedarf und den sonstigen Facheinzelhandel.