Einzelhandel Hitze lässt Umsätze schmelzen
Wiesbaden - Im Vergleich zum Vorjahresmonat habe der deutsche Einzelhandel nominal - in jeweiligen Preisen - 2,1 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Real - inflationsbereinigt - sei der Umsatz um 2,2 Prozent zurück gegangen. Damit lägen die gesamten Erlöse des Einzelhandels in den ersten sieben Monaten dieses Jahres unter dem Vorjahresniveau.
Nicht alle Branchen kämpften mit leeren Kassen. Zum Teil gab es sogar Zuwächse: Der Facheinzelhandel - dazu gehören zum Beispiel die Getränkemärkte - legte nominal gar um 1,8 Prozent und real um 0,2 Prozent zu. Die Statistiker führen dies unter anderem auf den Rekordsommer und den gestiegenen Getränkekonsum zurück.
Auch die Apotheken widersetzten sich dem Trend: Zwar setzten sie im Juli 2003 nominal um 0,1 Prozent weniger um als im Vorjahr und erlebten damit den ersten nominalen Umsatzrückgang seit März 2000, real legten sie aber um 0,6 Prozent zu.
Für andere Bereiche hat sich kaum etwas verändert: Mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte der Handel im Juli 2003 nominal zwar um 0,9 Prozent mehr um, real indes genauso viel wie im Vorjahresmonat. Das gleiche gilt für große Lebensmittelgeschäfte wie Supermärkte. In allen anderen Branchen des Einzelhandels sah es schlechter aus. Die größten Verlierer im Jahresvergleich sind den Zahlen zufolge die Kaufhäuser mit einem nominalen Umsatzminus von 7,3 Prozent und einem realen von 6,9 sowie die Versandhändler mit einem Rückgang von 8,1 und 7,4 Prozent.
Einzelhandelsvertreter hatten mit einem Rückgang der Umsätze im Juli gerechnet, da die Hitzewelle die Hoffnungen auf einen überdurchschnittlich guten Sommerschlussverkauf zunichte gemacht hatte.