Einzelhandel Käuferstreik im November
Berlin - Unter Herausrechnung der Inflation und saisonaler Einflüsse habe die Branche ein vorläufiges Umsatzminus von 1,8 Prozent verbuchen müssen, teilte die Wiesbadener Behörde mit. In jeweiligen Preisen seien die Verkäufe gegenüber Oktober um 1,5 Prozent gesunken. Damit lagen die November-Umsätze real 4,8 Prozent und nominal 4,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Auch die Großhändler hatten im November mit schwacher Nachfrage zu kämpfen: Ihre Umsätze sanken real um 0,7 Prozent und nominal um 0,3 Prozent zum Oktober und lagen damit real um 2,3 Prozent unter dem Niveau vom November 2002.
Die Einzelhandelsverbände BAG und HDE hatten bereits im Dezember beklagt, dass das für die Branche entscheidende Weihnachtsgeschäft enttäuschend verlaufen war, da die Umsätze um bis zu fünf Prozent unter denen des Vorjahres gelegen hätten.
Bei den Einzelhandelsdaten wiesen die Statistiker darauf hin, dass der November 2003 einen Verkaufstag weniger hatte als der November 2002. In den ersten elf Monaten des Jahres setzten die Einzelhändler den Angaben zufolge real 1,2 Prozent und nominal 1,1 Prozent weniger um als ein Jahr zuvor. Beim Großhandel lagen die Umsätze bis November dagegen nominal um 0,8 und real um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Unter den Einzelhandelsbranchen waren im November die Versandhändler von besonders drastischen Umsatzrückgängen betroffen: Real verkauften sie fast elf Prozent weniger als im November 2002. Die Geschäfte mit Textilien, Bekleidung und Schuhe setzten real 8,5 Prozent weniger ab, im Bereich Hausrat, Bau und Heimwerkerbedarf gingen die Umsätze real um fast vier Prozent zurück. Lediglich die Einzelhändler von kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten verzeichneten ein reales Umsatzplus von 0,2 Prozent zum Vorjahr. Diese Gruppe verbuchte mit einem realen Umsatzzuwachs von 1,8 Prozent in den ersten elf Monaten auch als einzige Einzelhandelsbranche außerhalb des Nahrungsmittelhandels einen Anstieg zum Vorjahr.
Von den Großhandelsbranchen verzeichneten im November lediglich die Händler mit Maschinen, Ausrüstungen und Zubehör mit einem Plus von 1,5 Prozent real mehr Umsatz als im Vorjahresmonat. Auch in den ersten elf Monaten lagen hier die realen Umsätze fast ein Prozent über Vorjahresniveau. Dagegen setzten die Großhändler mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren im November real gut fünf Prozent weniger um. In den ersten elf Monaten gingen die Umsätze um 0,7 Prozent zurück.