Einzelhandel Rewe schließt 150 Filialen
Köln - "Die ersten beiden Monate lief das Geschäft schlecht wie im gesamten Einzelhandel", klagt Hans Reischl in der "Welt am Sonntag". Er glaube daher kaum, dass das Kölner Handelshaus im Lebensmittelbereich wie im Vorjahr um drei Prozent wachsen könne. "Das wird in diesem Jahr kaum möglich sein. Woher sollen die Menschen bei sinkendem Netto-Einkommen das Geld für den Konsum hernehmen?", so Reischl. Nachdem schon 2001 300 Filialen geschlossen wurden, will Reischl das Netz daher weiter ausdünnen. Rewe betreibt derzeit 7300 Geschäfte in Deutschland.
Die Nummer zwei auf dem deutschen Markt müsse rentabler werden, begründete Reischl seine Pläne. "Deshalb lassen wir auch in diesem Jahr noch Mietverträge auslaufen".
Reischl unterstützt auch den Vorschlag von Einzelhandels-Verbandspräsident Hermann Franzen, rasch die Mehrwertsteuer zu senken, "um beim Verbraucher die derzeitige Konsumblockade zu brechen."
In der Rewe-Touristiksparte sei ebenso - wie bei den meisten Konkurrenten angesichts der schwierigen Branchensituation auch - kaum mit Wachstumsschüben zu rechnen. "Es gab weit weniger Winterbuchungen. Und der Sommer läuft zäh an", sagte Reischl. Der gute Ergebnisbeitrag dieser Sparte des Vorjahres werde daher wohl nicht wieder zu erreichen sein. Zwar solle an dem Ziel festgehalten werden, die Touristik zu verselbstständigen und an die Börse zu bringen. "Ob wir das vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung der gesamten Branche wie angekündigt in den nächsten vier Jahren angehen, bezweifle ich allerdings zum jetzigen Zeitpunkt", so Reischl.
2001 hatte die Rewe-Gruppe einen Umsatzzuwachs von 8,4 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro verbucht. Im deutschen Lebensmittelhandel stiegen die Erlöse angesichts der schwachen Inlandskonjunktur dabei nur um knapp drei Prozent auf 22,86 Milliarden Euro. Weitaus kräftiger war nach Rewe-Angaben dagegen das Umsatzplus im Ausland ausgefallen mit einem Zuwachs von rund 25 Prozent auf 7,65 Milliarden Euro.