Einzelhandels-Fusion Edeka attackiert Aldi und Lidl
Hamburg - Edeka gab die Übernahme der Spar AG und von Netto Süd am Morgen bekannt. Zudem vereinbarte Edeka eine Kooperation mit dem französischen Spar- und Netto-Süd- Eigentümer ITM Entreprises ("Intermarche") und der spanischen Eroski-Gruppe.
Edeka betrete durch das Bündnis mit ITM und Eroski eine neue europäische Plattform, die das Unternehmen bei der Vermarktung von Markenartikeln stärke, sagte Vorstandschef Alfons Frenk am Donnerstag in Hamburg einer Pressemitteilung zufolge. Die zu dem Bündnis gehörende Vermarktungsgesellschaft Alidis repräsentiere einen Einzelhandelsumsatz von 75 Milliarden Euro. Dem Verkauf an Edeka müssen die Kartellbehörden noch zustimmen.
Mit den 1000 Netto-Märkten kann Edeka sein Discount-Geschäft deutlich ausbauen. Bislang hat Edeka nur regionale Discounter.
Das Umsatzvolumen der Edeka-Gruppe steigt durch die Zukäufe um 5,3 Milliarden Euro. Zur Übernahme der Netto Süd komme eine 25-prozentige Finanzbeteiligung an der dänischen Netto Nord, hieß es. Die operative Führung von Netto Nord bleibe jedoch bei dem dänischen Einzelhandelskonzern Dansk Supermarked.
Edeka übernimmt nach eigenen Angaben von ITM alle Aktien der Spar Handels-AG. ITM hatte sich erst Mitte April mit den übrigen Kleinaktionären der operativ defizitären Spar-Handelsgruppe auf höhere Abfindungen geeinigt. Mit dem Verkauf von Netto Nord an Dansk Supermarked hatte Spar seine Schulden getilgt.
Spar hat den Angaben zufolge einen Großhandelsumsatz von 2,3 Milliarden Euro und beliefert rund 2000 selbstständige Händler. Von den in eigener Regie geführten Verbrauchermärkten hatte Spar sich getrennt.