Elektrotechnik China schlägt den Export-Weltmeister
Köln - Der bisherige Export-Weltmeister Deutschland sei nach vorläufigen Ergebnissen 2006 von China abgehängt worden, teilte die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in Köln mit. Der Export aus China betrug demnach 78 Milliarden Dollar (60,3 Milliarden Euro), der aus Deutschland 63,9 Milliarden Dollar, wobei die Zahlen für das vierte Quartal hochgerechnet wurden. Auf Platz drei folgen die USA. "Hohe Stückzahlen und geringe Margen - mit dieser Strategie haben sich die Chinesen vor allem bei technisch weniger anspruchsvollen Produkten innerhalb kurzer Zeit an die Weltspitze vorgearbeitet", sagte bfai-Direktor Gerd Herx.
Exportschlager seien unter anderem Batterien und elektrische Handwerkszeuge. China liefere aber auch immer mehr elektromedizinische Geräte und Systeme. Am erfolgreichsten sei das Land bei Haushaltsgeräten, von denen schon im Jahr 2005 Waren im Wert von über 13 Milliarden Dollar vor allem nach Japan, in die USA und nach Europa verkauft worden seien. "Dabei dürfte vielen Verbrauchern gar nicht klar sein, dass ihr Wasserkocher, Waffeleisen, Mikrowelle oder Kühlschrank aus China stammen", so die bfai. "Denn auf den Produkten prangen oft die Namen westlicher Unternehmen."
Auch hier zeichne sich aber ein Wandel ab. "No-Name-Erzeugnisse oder Auftragsfertigung - das reicht vielen Unternehmen nicht mehr", sagte Herx. "Sie versuchen, in höherwertige Marktsegmente vorzudringen und die eigene Marke global zu etablieren." Dafür investierten sie in die Weiterentwicklung der Produkte, kauften Technologien, leisteten sich Designzentren in den USA oder Europa.
Unterstützung erhielten sie von der chinesischen Regierung, die nach der Devise "Go global" die Schaffung international konkurrenzfähiger Unternehmen mit eigenen weltbekannten Marken fordere: "Für westliche Hersteller dürfte dies zunehmende Konkurrenz aus China auch im mittleren Preissegment bedeuten."
ore/dpa