EM.TV Aktie im freien Fall
Frankfurt am Main - Ein Ende der massiven Kursverluste von EM.TV zeichnete sich auch im Handel am Dienstag nicht ab. Nach zwischenzeitlichen Einbußen von mehr als 27 Prozent verlor das Papier des Münchner Medienunternehmens bis zum Abend gut 14 Prozent auf 8,80 Euro. Der Nemax 50 lag gleichzeitig mit 6,1 Prozent im Plus. Bereits am Vortag war die Aktie zeitweise um mehr als 40 Prozent eingebrochen.
"Die Aktionäre kriegen es mit der Angst zu tun", sagte ein Händler. Keiner könne vorhersagen, wie weit es noch nach unten gehe. "Das wäre reine Spekulation." Die Marke von 7,50 Euro, die der Händler als mögliche charttechnische Unterstützungslinie bezeichnete, wurde im Laufe des Vormittags zeitweise unterschritten. Das Jahreshoch der EM.TV-Aktie betrug 120 Euro.
"Übergangslösung" Thomas Haffa?
Nach den massiven Kursverlusten und dem Rücktritt seines Bruders Florian Haffa könnten nun auch die Tage des EM.TV-Vorstandsvorsitzenden Thomas Haffa gezählt sein. Nach Informationen des "Handelsblatts" ist Thomas Haffa für die KirchGruppe nur noch eine Übergangslösung.
Haffa hatte am Montag auf einer Pressekonferenz betont, er habe sich persönlich nichts vorzuwerfen. Mit dieser Selbsteinschätzung habe er im Kirch-Vorstand für erhebliche Verärgerung gesorgt, schrieb die Zeitung. Auf Dauer solle Haffa im Unternehmen keine führende Rolle spielen.
Im Zuge der Finanzkrise hatte sein Bruder, der stellvertretende EM.TV-Vorstandsvorsitzende Florian Haffa, am Sonntagabend seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Vor einigen Wochen hatte er nach der Korrektur der Halbjahreszahlen bereits sein Amt als Finanzvorstand abgegeben.