EM.TV Galgenfrist für Haffa
München - Diese Entscheidung sei einvernehmlich mit den beiden Medienunternehmen getroffen worden, sagte Bundeskartellamts-Präsident Ulf Böge am Freitag. Die ursprüngliche Frist für eine Entscheidung des Kartellamtes wäre Ende Juni ausgelaufen.
An der Bedingung für eine Genehmigung der Beteiligung von Kirch an EM.TV hält Böge jedoch fest: EM.TV muss sich von seinem 45-prozentigen Anteil an der Tele München Gruppe (TMG) trennen. "Das haben wir von Anfang an deutlich gemacht", sagte Böge. Über Möglichkeiten würde nun mit den Unternehmen gesprochen. "Wie immer bei solchen Dingen gibt es mehrere Lösungswege", fügte er hinzu.
Die Tele München Gruppe (TMG) von Unternehmer Herbert Kloiber ist der zweitgrößte Filmrechtehändler in Deutschland, hinter Marktführer Kirch. TMG ist außerdem mit 32 Prozent an dem Sender RTL II beteiligt, an dem auch der Bertelsmann-Konzern über seine Tochter RTL Group 34 Prozent der Anteile hält. Eine solche indirekte Kopplung der beiden größten deutschen Medienkonzerne Kirch und Bertelsmann halte das Bundeskartellamt für wettbewerbsrechtlich bedenklich, sagte Böge. Über mögliche Alternativen zu einem Verkauf des TMG-Anteils durch EM.TV wollte er allerdings keine Angaben machen.
TMG-Chef Kloiber muss einem Verkauf des Anteils durch EM.TV zustimmen und kann damit eine schnelle kartellrechtliche Genehmigung blockieren. Die bisher von EM.TV vorgeschlagenen drei Interessenten hat der Unternehmer nicht akzeptiert und schließt auch einen eigenen Rückkauf aus. EM.TV-Chef Thomas Haffa hatte in einem Reuters-Interview angekündigt, Kloiber demnächst drei weitere potenzielle Käufer vorzuschlagen.