EM.TV Großer Preis für Kirch?
Frankfurt am Main - Eine komplette Übernahme von EM.TV durch die Kirch-Gruppe halten die Analysten der BHF-Bank für wenig wahrscheinlich. "Auch bei der derzeitigen Marktkapitalisierung ist EM.TV noch mehr als 6 Milliarden Mark wert", sagte Analyst Roland Pfänder am Mittwoch. Der Betrag sei für Kirch recht schwer zu finanzieren, auch wenn der Münchener Medienmanager seine Anteile am Axel-Springer-Verlag verkaufen sollte.
Zudem mache eine mehrheitliche Übernahme für Kirch nach Meinung von Pfänder wenig Sinn: "Im Kernbereich von EM.TV, beim Filmrechtehandel junior.tv, besteht sowieso schon ein Joint Venture zwischen beiden Firmen." Das einzige an EM.TV, das für Kirch wirklich interessant sei, sei die Beteiligung an der Formel 1: "Da will Kirch rein, und das macht auch Sinn."
Bis Ende Februar besteht nach Angaben von Pfänder eine Vereinbarung zwischen EM.TV und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Danach kann EM.TV, das bereits 50 Prozent an der Formel-1-Holdinggesellschaft SLEC hält, weitere 25 Prozent für 982 Millionen Dollar übernehmen. Pfänder: "EM.TV hat dieses Geld nicht." Seiner Meinung nach macht es Sinn, wenn Kirch und EM.TV sich hier zusammentun würden. Dann würde Kirch über EM.TV die in Frage stehenden 25 Prozent der Formel-1-Holding von Ecclestone übernehmen. "Gemeinsam hätten beide dann die Mehrheit und könnten bestimmen, wie sich das Geschäft weiterentwickeln soll."
Am Dienstag waren Gerüchte aufgekommen, nach denen EM.TV mit mehreren Medienunternehmen über Beteiligungen spricht. Genannt wurden neben Leo Kirch auch Bertelsmann, Rupert Murdoch und die spanische Telefonica. Einer Meldung von "Focus Money" zufolge überlegt Leo Kirch auch, seine Beteiligung am Axel Springer Verlag für etwa 2,4 Milliarden Mark an Rupert Murdoch zu verkaufen