EM.TV Klatten will Haffas Aktien doch
München - Klatten hat Zweifel an seinem geplanten Einstieg beim krisengeschüttelten Medienkonzern zurückgewiesen. Er werde im Laufe des Januars einen Anteil von rund 25 Prozent von Firmengründer Thomas Haffa übernehmen, teilte der frühere SAT.1-Chef und "Spiegel"-Manager am Donnerstag in München mit.
Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hatte zuvor Bedenken geäußert, weil Klatten nicht bereits zum Jahreswechsel als Großaktionär eingestiegen war. Das Blatt spekulierte deshalb, Klatten wolle nach nur halbjähriger Amtszeit vielleicht schon bald wieder als EM.TV-Chef aussteigen.
Der Manager hatte auf der Hauptversammlung im August gesagt, sein Einstieg sei unwiderruflich für den 2. Januar 2002 vereinbart. Als neuer Firmenchef werde er 25,1 Prozent an EM.TV übernehmen. Der Aktienkauf verzögerte sich laut Klatten wegen der Feiertage. Über den Jahreswechsel seien noch letzte Details der Finanzierung zu klären gewesen.
Alles wie geplant?
Welche Venture-Capital-Gesellschaft die Transaktion vollständig finanzieren soll, wird dem Manager zufolge in der kommenden Woche bekannt gegeben. Klatten wies darauf hin, dass er "wie geplant in diesem Januar rund 36,2 Millionen Aktien" aus Haffas Besitz übernehmen werde. Das habe er mit dem bisherigen EM.TV-Hauptaktionär Haffa im Juli 2001 vertraglich vereinbart.
Der Aktienkauf macht Klatten zum neuen Hauptaktionär von EM.TV. Nach Haffas Rücktritt vom Posten des Vorstandsvorsitzenden ist Klatten bereits seit September 2001 Chef des Münchner Medienkonzerns. Das Unternehmen, das mit TV-Rechten handelt sowie Kinder- und Familienprogramme produziert, war Mitte vergangenen Jahres endgültig in die Krise geschlittert. Bei der Hauptversammlung im August hatte Klatten angekündigt, er werde die große Anzahl von Beteiligungen und Geschäftsfeldern verringern.
Jede Beteiligung werde auf Verkaufsmöglichkeit hin überprüft, insbesondere die an der Formel 1 und der TeleMünchen-Gruppe. Am Donnerstag teilte er mit, er sei "weiterhin uneingeschränkt von der Sanierungsfähigkeit" von EM.TV überzeugt. Eben dies hatte die FTD bezweifelt.