EM.TV: Morgan Grenfell will klagen - DER SPIEGEL
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EM.TV Morgan Grenfell will klagen

Die Deutsche Bank-Tochter Morgan Grenfell hat durch das EM.TV-Desaster fast eine Milliarde Mark verloren. Mit dem Verlust will sich das Investmenthaus nicht abfinden.
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München - Die Rechtsabteilung prüft deshalb eine Klage gegen EM.TV. Die Londoner Investmentfirma sehe sich vom angeschlagenen Filmrechte-Händler unzutreffend informiert, heißt es im "Handelsblatt". EM.TV habe seinen Gewinn möglicherweise falsch dargestellt.

EM.TV hatte im vergangenen Jahr die Hälfte am Rennsportgeschäft von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone übernommen. Als Zwischenhändler waren Morgan Grenfell sowie die US-Investmentbank Hellman & Friedman aufgetreten. Beide Banken ließen sich einen Großteil der Kaufsumme in EM.TV-Aktien bezahlen.

Da die Londoner Tochter der Deutschen Bank nicht wie die US-Partner die Papiere rechtzeitig verkauften, soll seit dem Einbruch der EM.TV-Aktie ein hoher Verlust in den Büchern stehen. Von der Deutschen Bank in London wurde dieser Bericht zunächst nicht kommentiert.

Morgan Grenfell gehört nach Informationen der Zeitung zudem zur Investorengruppe, die gemeinsam mit dem Münchner Medienunternehmer Herbert Kloiber den EM.TV-Anteil am Formel-1-Geschäft übernehmen möchte. Weiterer Partner sei Hellman & Friedman.

EM.TV-Chef Thomas Haffa hatte jedoch im Dezember angekündigt, die Münchner Kirch-Gruppe ins eigene Unternehmen und in das Formel-1-Geschäft zu holen, und hat mit Kirch bis Ende Januar exklusive Verhandlungen vereinbart. Aus informierten Kreisen ist jedoch schon seit Tagen zu erfahren, dass die Gespräche äußerst schwierig verlaufen. Sprecher von Kirch und EM.TV betonten aber, dass die Verhandlungen noch nicht abgebrochen sind.