EM.TV Muss Haffa gehen?
Frankfurt am Main - Wie das "Wall Street Journal Europe" am Montag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise berichtet, waren die Gespräche mit Kirch festgefahren, bevor Haffa am vergangenen Donnerstag einen neuen Vorschlag für eine Vereinbarung präsentierte.
Am darauf folgenden Freitag hätten die übrigen Mitglieder des EM.TV-Vorstands jedoch signalisiert, dass sie eine Transaktion mit Kirch nicht unterstützen und Haffa die Offerte der Hellman & Friedman LLC akzeptieren soll. Die US-Investmentfirma will den Formel-1-Anteil von EM.TV für rund 600 Millionen Dollar übernehmen.
Finanzvorstand Rolf Rickmeyer, Sylvia Rothblum und Merchandising-Vorstand Hans-Peter Vriens hätten sich gegen die Pläne von Haffa ausgesprochen. Nickolaus Becker, der Vorsitzende des EM.TV-Aufsichtsrates, arbeitet schon seit längerem gegen die Verbindung mit Kirch.
Damit stellt sich aber auch wieder die Frage, wie lange sich Haffa noch als Vorstandsvorsitzender des Unternehmens halten kann. Bankenkreisen zufolge wächst die Ungeduld von Kreditgebern wie Westdeutsche Landesbank Girozentrale, Credit Suisse First Boston und Commerzbank. Am 24. Januar hätten zwei dutzend Vertreter von Banken Haffa zu einer Annahme des Angebots von Hellman & Friedman gedrängt, berichtet das "Wall Street Journal Europe".
Aus mit dem Hause Kirch vertrauten Kreisen heißt es, auch Kirch werde im Falle einer Verbindung mit EM.TV Haffa zum Rückzug drängen.