EM.TV: Panikattacken der Anleger - DER SPIEGEL
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EM.TV Panikattacken der Anleger

Bei den Anlegern hat EM.TV-Chef Haffa jedes Vertrauen verspielt. Trotz der Nachrichten über neue Geschäftskontakte stürzte der Kurs wieder ins Bodenlose.
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London/München - Wie aus Londoner Finanzkreisen verlautete, soll ein von der Deutsche-Bank-Tochtergesellschaft Morgan Grenfell verwalteter Fonds für institutionelle Anleger einen Verlust von rund 600 Millionen Mark verbucht haben. Die "Süddeutsche Zeitung" geht in ihrer Mittwochsausgabe sogar von 900 Millionen aus. Die Deutsche Bank wollte dies allerdings nicht bestätigen. An Spekulationen über mögliche realisierte Verluste oder Buchverluste dieses Fonds im Zuge des Kurseinbruchs bei EM.TV beteilige sich die Deutsche Bank nicht, hieß es.

Unterdessen rechnet EM.TV-Chef Thomas Haffa mit rechtlichen Schritten seiner Aktionäre. "Ich halte Klagen für möglich", sagte Haffa in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money". Bisher seien aber noch keine eingegangen. Haffa räumte ein, bei den Verhandlungen um den Einstieg von Leo Kirch, der Anfang der Woche bekannt gegeben wurde, unter Druck gestanden zu haben. Von Mai 2001 an habe Bernie Ecclestone eine Verkaufsoption auf seine Formel-1-Anteile an EM.TV. "Wir konnten uns bei der Börsenentwicklung nicht erlauben, mit einer Put-Option dazustehen, die wir nicht hätten finanzieren können", wird Haffa zitiert.

In Kürze erwartet der Vorstand bei seinem Internet-Projekt Junior-Web den Abschluss mit einem großen Partner. Die Verhandlungen mit der Automobilindustrie über einen Einstieg in die Formel 1 verlaufen laut Haffa positiv. Mit dem Erlös erwäge er, Schulden aus der EM.TV-Wandelanleihe vorzeitig zu tilgen.

Den Wertverfall der EM.TV-Aktie konnten diese Nachrichten nicht bremsen. Bis zum Nachmittag verlor das Papier mehr als 24,5 Prozent und notierte zuletzt unter 7 Euro.