EMI Bertelsmann wittert fette Beute
Gütersloh - Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, prüfe der Bertelsmann-Konzern einen Zusammenschluss seiner Tochtergesellschaft Bertelsmann Music Group (BMG) mit der britischen EMI-Group. Dabei beruft sie sich auf informierte Industriekreise.
Bertelsmann-Chef Middelhoff hatte bereits zuvor angekündigt, weltweit die Nummer eins im Musikgeschäft werden zu wollen. Der Konzern bezeichnete allerdings den Bericht der Zeitung als reine Spekulation.
Die Gerüchte über eine Übernahme von EMI durch BMG kursieren in der Branche jedoch, seitdem bekannt wurde, dass die Europäische Kommission die Fusion von EMI und Time Warner wahrscheinlich blockieren wird.
Sollten sich die Spekulationen bewahrheiten, ist damit zu rechnen, dass die EU-Kommission den Zusammenschluss der beiden Musik-Konzerne ebenfalls ablehnen könnte.
Bei EMI und Warner Music hatte die EU bemängelt, dass das fusionierte Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung einnehmen würde. Darüber hinaus würden durch den Zusammenschluss nicht nur fünf, sondern nur noch vier Unternehmen weltweit den Ton angeben. Die Gefahr wettbewerbsfeindlicher Preisabsprachen werde dabei zu groß.
Unterdessen berichtet die "New York Times" unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass nach der gescheiterten Fusion von EMI und Time Warner auch die Hongkonger Internetholding Pacific Century Cyberworks (PCCW) an einer Übernahme des Londoner Musikkonzerns interessiert sei.
PCCW gilt als zweitgrößtes Internetunternehmen in Asien. Mitte August fusionierte es mit dem Kabelnetzbetreiber Cable & Wireless. Zurzeit steckt das Web-Unternehmen mit dem australischen Telekommunikationsriesen Telstra in Kooperationsgesprächen.