Empire State Building New Yorker Wahrzeichen wird verkauft
New York - Der Preis, den die Investoren-Gruppe von Peter Malkin an den Immobilienunternehmer Donald Trump und den Erben seines 1998 verstorbenen Partners, Hideki Yokoi, zu zahlen bereit ist, soll rund 57,5 Millionen Dollar betragen. Das berichten die "New York Times" und das "Wall Street Journal" mit Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus Verhandlungskreisen. Der Vertrag soll Ende April gültig werden, heißt es.
Möglich wurde der Vertrag erst, nachdem die bisherige Gruppe von Eigentümern ihre Streitigkeiten nach langen und quälenden Gerichtsprozessen zu den Akten gelegt hatten. 1991 hatte der Japanische Milliardär Yokoi das Empire State ganz still und heimlich für rund 40 Millionen Dollar erworben. Schon kurz danach begannen die Streitigkeiten, weil Yokoi seine Tochter Kiiko Nakahara und seinen Schwiegersohn Jean-Paul Renoir vorwarf, die Kontrolle über das Gebäude widerrechtlich auf ihre eigene Firma übertragen zu haben.
Die aber bestritten jeden Anwurf und holten den Immobilien-Tycoon Donald Trump mit ins Boot. Trump musste lediglich 100.000 Dollar für einen 50-Prozent-Anteil an der Verwaltungsgesellschaft bezahlen. Dafür erhielt er das Recht, 50 Prozent von dem zu beanspruchen, was er über dem Preis über 45 Millionen Dollar hinaus für das Haus erlösen könnte. Sollte der Vertrag über 57,5 Millionen Dollar für das Empire State also zu Stande kommen, wäre Trump schätzungsweise um rund sechs Millionen reicher - plus Spesen natürlich.
Über die Gründe, die Malkin veranlassten, das New Yorker Wahrzeichen ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt zu kaufen, rätseln unterdessen die Immobilien-Experten. Denn Malkin ist bereits seit 1961 Pächter, und der Vertrag garantiert ihm den uneingeschränkten Gebrauch noch bis 2076. Einer der Gründe könnte darin liegen, dass Vorteile für die Wertentwicklung des Gebäudes zu erwarten sind, wenn Eigentum und Gebrauchsrechte in einer Hand sind. Im Falle eines Weiterverkaufs wäre es dann lastenfrei. Außerdem ließe sich die Investition auf diese Weise zu besseren Bedingungen finanzieren.
Andere beurteilen dieses Argument als wenig überzeugend. Denn der Preis von 57,5 Millionen Dollar erscheint ihnen angesichts des Pachtpreises sehr hoch. Denn Malkin bezahlte lediglich rund 1,97 Millionen Dollar durchschnittlich pro Jahr über die gesamte Pachtzeit hinweg. Das entspricht rund 3,4 Prozent des Kaufpreises.
Hinzu kommt, dass der neue Besitzer überhaupt nichts ändern will. Das Empire State Building soll auch weiterhin verpachtet werden, auch wenn der Pächter zur eigenen Gruppe gehört.
Inwieweit der Wolkenkratzer nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center überhaupt noch wirtschaftlich betrieben werden kann, ist ohnehin noch nicht ausgemacht. Denn seit dem 11. September suchen immer mehr Unternehmen, die zuvor eine der begehrten oberen Etagen gemietet hatten, nach vermeintlich sichereren Alternativen. Diese Entwicklung betrifft ganz besonders das Empire State Building, das nach dem Einsturz der World Trade Towers wieder das höchste Gebäude der Stadt ist und außerdem nicht zuletzt wegen seines Symbolwertes ein bevorzugtes Ziel neuer Terroranschläge sein könnte.