EnBW: Mehrheitsaktionäre düpieren Claassen - DER SPIEGEL
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EnBW Mehrheitsaktionäre düpieren Claassen

Der Rückzug kam überraschend, über die Gründe wurde spekuliert: EnBW-Chef Claassen verlässt den Stromkonzern angeblich, weil die beiden Mehrheitsaktionäre einen anderen Nachfolger wollten - und ohne sein Wissen schon Headhunter auf die Suche geschickt hatten.
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Karlsruhe - Der französische Stromriese Electricité de France (EDF) und der kommunale Verband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) hätten sich hinter Claassens Rücken auf einen möglichen Nachfolger geeinigt, berichtete der Südwestrundfunk (SWR) heute. Laut SWR sollen EDF und OEW in einer "geheimen Kommandosache" Personalberater auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger geschickt haben. Claassen habe erst gestern davon erfahren und als Konsequenz seinen Verzicht erklärt.

Der EnBW-Chef hatte noch am gleichen Tag bekannt gegeben, er stehe für eine Verlängerung des Ende April 2008 auslaufenden Vertrages nicht zur Verfügung. Ausschlaggebend für seinen Beschluss seien "strukturelle, professionelle, persönliche und familiäre Gründe". Man respektiere diese persönliche Entscheidung, teilten EDF und OEW heute mit. Beide sind mit jeweils 45,01 Prozent an der Energie Baden-Württemberg AG beteiligt. Es werde alles getan, um eine "gute Kontinuität" in den Geschäften des Versorgers zu sichern, erklärten die Anteilseigner.

Claassen, der den Ruf eines knallharten Sanierers hat, war 2003 zum EnBW  -Chef berufen worden und hatte den angeschlagenen einstigen Mischkonzern wieder in die Gewinnzone gebracht. Er verkaufte zahlreiche Unternehmensbeteiligungen und strich 2100 Arbeitsplätze. Allerdings habe er nach Ansicht der EDF zu wenig Rücksicht auf die französischen Interessen genommen, berichtete die "Financial Times Deutschland".

Die Spekulationen über die berufliche Zukunft des 44-Jährigen reichen von einer unternehmerischen Betätigung bis hin zu einem Wechsel in die Politik. Nach Einschätzung von Insidern hat die seit längerer Zeit schwelende Affäre um Gratis-Karten für die Fußball-WM in Deutschland keine Rolle für den Rückzug gespielt. Claassen muss sich in dieser Angelegenheit wegen des Vorwurfs der Vorteilsgewährung demnächst vor Gericht verantworten.

sam/dpa

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