Ende des Neuen Markts: Unkontrollierte Selbstauflösung - DER SPIEGEL
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Ende des Neuen Markts Unkontrollierte Selbstauflösung

Wenn die Deutsche Börse den Neuen Markt Ende 2003 abwickelt, ist möglicherweise ohnehin nicht mehr viel davon übrig. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwartet bis Jahresende 60 Unternehmensinsolvenzen im Nemax.
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Berlin - Bis zur vergangenen Woche hätten bereits 30 Unternehmen aus dem Segment im laufenden Jahr einen Insolvenzantrag gestellt, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Bis Ende des Jahres könne noch einmal die gleiche Zahl hinzukommen. Dabei handele es sich aber um eine persönliche Einschätzung. Insgesamt seien mehr Unternehmen zahlungsunfähig geworden als die DSW zu Beginn des Jahres erwartet habe.

Vor diesem Hintergrund fordert die DSW eine Stärkung der Aktionärsrechte im Falle von Insolvenzen und bei Verletzung der Informationspflicht. Hocker sprach sich für eine Steigerung der persönlichen Verantwortlichkeit von Vorstand und Aufsichtsrat durch eine Haftung gegenüber der Gesellschaft aus. Ferner müssten diese auch bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Falschinformationen des Kapitalmarkts gegenüber dem einzelnen Aktionär schadenersatzpflichtig sein.

Zwar bestehe eine zivilrechtliche Schadenersatzpflicht in diesen Fällen. Dies beträfe jedoch nur die Ad-hoc-Publizität, sagte Hocker. Die kapitalmarktrechtliche Informationshaftung müsse aber auch Falschdarstellungen in allen Pflichtveröffentlichungen und freiwilligen Informationen einschließen. Kombiniert werden sollte dies mit einer Verbesserung der Klagerechte von Aktionären, wobei Ansprüche auch künftig kollektiv durchsetzbar sein müssten. "Dabei sprechen wir nicht von einer Sammelklage nach US-Vorbild, die nach deutschem Recht nicht möglich sein wird", sagte Hocker.