Ende eines Rätsels: Flüchtiger Comverse-Gründer in Afrika gefasst - DER SPIEGEL
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Ende eines Rätsels Flüchtiger Comverse-Gründer in Afrika gefasst

Einst galt er als Vorzeigeunternehmer der New Economy. Dann ermittelte das FBI wegen Geldwäsche und Wertpapierbetrug gegen ihn, und Jacob Alexander verschwand spurlos. Jetzt ist der ehemalige Chef des US-Softwareunternehmens Comverse in Afrika gefasst worden.
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New York - Alexander habe in Windhuk in Namibia mit seiner Familie gelebt - dort sei der 54-Jährige nun festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft in New York mit. Die Ermittler wollen nun einen Antrag auf Auslieferung stellen. Alexander werden Wertpapierbetrug, Geldwäsche und zahlreiche andere Vergehen vorgeworfen. In der Klage des Bezirksgerichts Brooklyn verlangt die Staatsanwaltschaft die Rückgabe von 138 Millionen Dollar.

Vor gar nicht allzu langer Zeit galt Alexander noch als amerikanischer Vorzeigemanager. Sein Name stand zehn Jahre ununterbrochen auf der Liste der zehn bestbezahlten Männer in New York. 2001 kürte ihn die "Long Island Business News" zum Unternehmer des Jahres. Als Geschäftsmann mit Visionen beschrieben die Medien den gebürtigen Israeli.

1984 hatte "Kobi" Alexander zusammen mit dem Ingenieur Boaz Misholi Comverse Technology gegründet. Alexander soll dafür seine Lebensversicherung aufgelöst haben. Das Kapital war gut eingesetzt: Comverse stieg zu einem der größten Anbieter von ESP-Software auf. Das Unternehmen war auf Messaging-Dienste für Telekom und Internetprovider spezialisiert. Was als kleine Zwei-Mann-Firma begann, ist heute ein weltweit agierendes Nasdaq-Unternehmen mit 373-Millionen-Dollar-Umsatz und 5000 Mitarbeitern. Besonders Alexanders Führungsstil sei der Comverse-Erfolg zu verdanken, hieß es immer. Er sei ehrgeizig, zielstrebig und mitreißend.

Dann kam der tiefe Fall: Im März deckte das Wall Street Journal ungewöhnliche Finanztricks und Rückdatierungen von Aktienoptionen bei mehr als einem Dutzend US-Unternehmen auf. Die Wertpapieraufsichtsbehörde begann zu ermitteln, schließlich wurde Anzeige erstattet - und Alexander verschwand spurlos.

Sollte Alexander wegen Wertpapierbetrugs für schuldig befunden werden, droht ihm eine Gefängnisstrafe von bis 25 Jahren. Mehr als ein Jahrzehnt lang sollen Alexander und andere Ex-Comverse-Manager den Ermittlern zufolge Aktienoptionen systematisch zurückdatiert haben. Alexander hat laut Justizministerium außerdem 60 Millionen Dollar auf ein Konto in Israel überwiesen, "um Vorgänge vor den Behörden zu verbergen", wie es hieß.

ase/dpa-AFX