Endgültige Trennung: Time Warner stößt AOL ab - DER SPIEGEL
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Endgültige Trennung Time Warner stößt AOL ab

Radikaler Schnitt nach langer Krise: Der Medienriese Time Warner will den Internet-Dienstleister AOL endgültig loswerden. Der Vorstand konzentriert sich wieder auf klassische Medien-Inhalte - und verabschiedet sich von einem Internet-Traum, der zum Debakel wurde.
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New York - Beinahe ein Jahrzehnt lang hat Time Warner versucht, ein allumfassendes Medienimperium zu etablieren. Mit dem Internet-Dienstleister AOL wollte der Medienriese auch am Geschäft mit Online-Infrastrukturen teilhaben.

Jetzt gibt Time Warner diesen Traum auf: Der Vorstand hat am Donnerstag bekanntgegeben, sich von AOL trennen zu wollen. Die Scheidung sei "ein weiterer wichtiger Schritt in der Neugestaltung von Time Warner", teilte Konzernchef Jeff Bewkes am Donnerstag nach einer Sitzung des Vorstands mit. Time Warner sei danach besser in der Lage, sich auf seine Kerngeschäfte mit Medieninhalten zu konzentrieren.

Time Warner hält 95 Prozent an AOL, Google die restlichen fünf Prozent. Der Vorstand teilte mit, die restlichen Aktien aufzukaufen - und dann an die Anteilseigner an die Time-Warner-Aktionäre weiterzugeben. Es wird erwartet, dass die Trennung bis Ende des Jahres über die Bühne geht.

Der Schritt war erwartet worden. Bewkes hatte über Monate erklärt, dass Time Warner den Konzern wahrscheinlich ohne die Internet-Sparte weiterführen wolle. Im vergangenen Monat hatte das Unternehmen bereits angekündigt, der Konzern wolle sich von allen Aktivitäten in diesem Geschäft trennen.

Laut "Wall Street Journal" dürfte die Internet-Sparte als Unternehmen erhalten bleiben. Eine Aufspaltung, beispielsweise in eine Website-Betreiber und einen Internet-Zugangsanbieter, sei nicht anzunehmen. AOL hat sich in den vergangenen Jahren drastisch restrukturiert - das Unternehmen entwickelte sich vom antiquierten Online-Portal zur Web-Werbegröße. Zuletzt allerdings kämpfte AOL mit einer Absatzflaute und Datenschutzproblemen.

AOL und Time Warner hatten sich 2001 zum größten Medienunternehmen der USA zusammengeschlossen. Der Deal hatte damals einen Wert von mehr als hundert Milliarden Dollar. Die Unternehmen hatten sich einen machtvollen Zusammenschluss erhofft - doch stattdessen wurden große Verluste produziert. Im Februar 2009 meldete der Medienriese einen Verlust von 13,4 Milliarden Dollar. Als Grund wurden vor allem massive Abschreibungen von 24,2 Milliarden Dollar auf Internet-Sparte AOL, auf das Kabelfernsehgeschäft und im Verlagsbereich genannt.

ssu/AP/dpa/ddp

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