Endspurt Post startet Verkaufsprozess für Postbank
Hamburg - Der formale Verkaufsprozess ist eingeleitet: Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, wird derzeit der Datenraum eingerichtet, in dem potentielle Bieter Einblick in die Bücher der Postbank nehmen können. Der "Financial Times Deutschland" zufolge wird voraussichtlich in wenigen Tagen entschieden, welchen Bietern die Daten zur Verfügung gestellt werden, damit sie ein verbindliches Kaufangebot abgeben können.
Zur sogenannten Due Diligence, also der Analyse, Prüfung und Bewertung des Objekts, würden voraussichtlich eine gute Handvoll Bieter zugelassen, darunter die deutschen Konkurrenten Deutsche Bank, Commerzbank und die Allianz mit der Tochter Dresdner Bank, heißt es in den Berichten weiter. Ein Vertreter der Post lehnte eine Stellungnahme ab.
Praktisch alle deutschen Großbanken haben bereits Interesse signalisiert, seit die Post ihre Bank-Tochter im Herbst zur Disposition gestellt hatte. Derzeit sorgen Spekulationen über ein Dreier-Bündnis aus der Allianz-Tochter Dresdner Bank, der Commerzbank und der Postbank für Schlagzeilen. Ende Mai hatte der Vorstandsvorsitzende der Postbank, Wolfgang Klein, ebenfalls im "Handelsblatt" eine Entscheidung über einen Verkauf seines Unternehmens bis zum Herbst prognostiziert.
Mit ihren 850 Filialen und über 14 Millionen Kunden gilt eine Übernahme der Postbank als Meilenstein bei der gebotenen Konsolidierung des deutschen Bankensektors. Klein hatte allerdings erklärt, er könne sich auch einen ausländischen Partner vorstellen. "Wir leben in Europa, wir leben im Euroraum. Da ist es aus meiner Sicht völlig normal, sich auch mit der Frage nach einem europäischen Partner zu beschäftigen", sagte der Postbank-Chef.
Die Übernahmespekulationen um die Postbank dauern mittlerweile seit einigen Monaten an und haben der Postbank-Aktie seit Herbst einen Kursanstieg von rund 40 Prozent beschert. Das Institut ist damit mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet.
ase/ddp