Energie: E.on verzichtet auf Gaspreis-Erhöhung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Energie E.on verzichtet auf Gaspreis-Erhöhung

Der Druck auf Konzerne wegen ihrer hohen Energiepreise scheint Wirkung zu zeigen: Trotz gestiegener Gasimportpreise will der Branchenführer E.on einem Zeitungsbericht zufolge die Gaspreise zum 1. Juli nicht weiter anheben. Zum Jahreswechsel soll es aber wieder teurer werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - "Wir werden bei unseren Regionalversorgern zum 1. Juli definitiv keine Gaspreis-Erhöhungen vornehmen", sagte ein Sprecher der Münchner Konzerntochter E.on Energie der "Berliner Zeitung". Mehrere Millionen Haushaltskunden der regionalen Verteilerunternehmen E.on Avacon in Helmstedt, E.on Bayern in Regensburg, E.on Edis in Fürstenwalde, E.on Hanse in Quickborn, E.on Mitte in Kassel sowie E.on Thüringer Energie AG in Erfurt und E.on Westfalen Weser AG in Paderborn könnten sich so wenigstens über die Sommermonate hinweg über stabile Gaspreise freuen.

Damit zeige die Klagewelle der Verbraucher und der vereinte Druck von EU-Kommission, Bundes- und Länderministern sowie von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur gegen die hohen Energiepreise Wirkung, heißt es in dem Bericht weiter. Doch im Herbst, spätestens aber zum Jahreswechsel drohe das böse Erwachen. Spätestens dann - und damit ausgerechnet zum Beginn der Heizsaison - kämen die Gasversorger nicht mehr umhin, die Lieferpreise gegenüber den Endkunden auf breiter Front anzupassen. Denn dass die Gasförderländer ihre Position ausreizten und ihre Lieferpreise entsprechend der Entwicklung des Ölpreises auch in den letzten Monaten nach oben angepasst hätten, belege die Erfassung der Grenzübergangspreise eindeutig.

Die Außenhandelsstatistiker des Bundes verzeichneten für die Zeit von Januar bis April einen Anstieg der Gasimportpreise von gut zehn Prozent. Die Experten des Beratungsunternehmens Wibera, die in ihren Erhebungen auch schon den Zeitraum Mai bis Mitte Juni berücksichtigt hätten, registrierten gegenüber dem Jahresanfang mittlerweile sogar einen Preisanstieg von 13,5 Prozent.

tim/AFP